Seifenspiel für Groß und Klein: Während Jesse (6), Anabel (7) und Carolin (10) Seifenblasen in die Luft pusten, zeigt ihnen Museumspädagogin Anke Bechauf, wie vor 100 Jahren die Wäsche mit Hilfe eines Waschbretts gereinigt wurde. Foto: Barbara Franke - © Barbara Franke
Seifenspiel für Groß und Klein: Während Jesse (6), Anabel (7) und Carolin (10) Seifenblasen in die Luft pusten, zeigt ihnen Museumspädagogin Anke Bechauf, wie vor 100 Jahren die Wäsche mit Hilfe eines Waschbretts gereinigt wurde. Foto: Barbara Franke | © Barbara Franke

Bielefeld Fest fürs 100-jährige Bauernhausmuseum

Museumsjubiläum: Buntes Programm mit Aktionen für Kinder und Erwachsene. Neueste Ausstellung beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte

Jan Moshage

Bielefeld-Dornberg. Seit 100 Jahren können Besucher sich im Bauernhausmuseum mit alten Handwerks- und Landwirtschaftsmethoden beschäftigen, historische Architektur bewundern, Nutzpflanzen begutachten und vieles mehr. Das langjährige Bestehen wird aktuell mit einem Jubiläumsmonat gefeiert. Am Wochenende stand das große, zweitägige Sommerfest auf dem Programm. Gleichzeitig eröffnete die neue Ausstellung, die sich mit der Entstehungsgeschichte des Museums beschäftigt. Rund um die neun Gebäude, darunter das Haupthaus „Hof Möllering", die große Bockwindmühle und ein Backhaus, gab es viele Stände mit Aktionen für die ganze Familie. Wer das Museum besser kennen lernen wollte, den führten die Magd Hanne und der Bauernjunge Friedrich über das Gelände. Ein Alter Hut für zum Beispiel Inge Baetzel. Die Rentnerin besucht das Museum seit 1982 regelmäßig und ist heutzutage fast täglich mit ihrem Hund Benni dort unterwegs. Für sie ist das Museum ein zweites Zuhause. Auch sie hat über das Museum viel Kontakt zu anderen Menschen und so neue Freundschaften geschlossen. Werner Odinius verbringt hier 130 Stunden im Jahr Die Kinder tobten sich bei Sackhüpfen, Stelzenlaufen und Eierlaufen aus. Es wurde Stockbrot gebacken, viele probierten Kräuter und andere machten ihre eigenen Haferflocken. Wer wollte, konnte sich auf der Kottenwiese beim Bogenschießen versuchen, angeboten vom befreundeten Naturkunde-Museum. Erschöpfte und Hungrige entspannten sich im Café in der Scheune oder in den bunten Gärten des Museums. Außerdem gab es Kinderschminken, Bastelaktionen und eine Familienrallye. In der großen Windmühle erzählte Katinka Morgenstern Märchen. Begleitet wurde das Fest außerdem von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm, darunter Konzerte der „HamfeldRockKids", der „Löffelpiraten" und der Akkordeonspielerin Ramona Kozma. Die „Canaillen Bagage" führten eine Straßentheaterversion von Don Quichotte auf. "Ohne die Ehrenamtlichen läuft hier gar nichts" Um große Aktionen wie das Sommerfest, aber auch das Halbjahresprogramm und Führungen für Besucher zu ermöglichen, ist viel fleißige Arbeit nötig. Neben dreieinhalb Vollzeitstellen sind es vor allem die 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die ein festes und verlässliches Fundament für das Bauernhausmuseum bilden. „Ohne die Ehrenamtlichen läuft hier gar nichts", betonen Geschäftsführer Marcus Stichmann und Museumsleiter Lutz Volmer. Einer dieser fleißigen Helfer ist Werner Odinius. Er ist Rentner und seit zwei Jahren im Museum tätig, hauptsächlich als Aufsichtsperson und Ansprechpartner für Besucher. Er verbringt schätzungsweise zwischen 130 und 140 Stunden im Jahr im Bauernhausmuseum. Odinius interessiert sich sehr für die alten Gebäude, die Mühlen, die alte Mechanik und damalige Methoden in Handwerk und Landwirtschaft. Um seiner Leidenschaft Ausdruck zu verleihen, benutzt er aber auch gerne deutlich modernere Methoden. Mithilfe eines Computerprogrammes hat der frühere Mechaniker und technische Zeichner bei einer Maschinenbaufirma ein genaues 3D-Bild der Bockwindmühle erstellt. In erster Linie interessiert ihn aber der Kontakt zu den Menschen, der „muntere Austausch mit einem breiten Publikum aus allen gesellschaftlichen Schichten.

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