Viel los am Stand: Hymmen setzt, wie der Konkurrent Wemhöner aus Herford, auf Digitaldruck. Fotos: Frank-Michael Kiel-Steinkamp - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Viel los am Stand: Hymmen setzt, wie der Konkurrent Wemhöner aus Herford, auf Digitaldruck. Fotos: Frank-Michael Kiel-Steinkamp | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Hannover Unternehmen aus der Region setzen auf künstliche Intelligenz am Fließband

Weltmesse für die Forst- und Holzwirtschaft: In Hannover präsentieren sich mehr als 20 Unternehmen aus der Region, die den Naturstoff bearbeiten

Martin Krause

Volle Auftragsbücher und ein Bekenntnis zur Region: Wer mit Holz arbeitet, kommt an Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe nicht vorbei. Die wiederum arbeiten oft Hand in Hand und wissen sich als Kollegen zu schätzen, die verschiedene Nischen besetzen. Immer öfter im Einsatz sind Kollegen mit künstlicher Intelligenz. „Robotik ist für uns ein wichtiges Thema“, sagt Andreas Bischoff, Geschäftsführer bei IMA Klessmann. Das Lübbecker Unternehmen präsentiert sich in diesem Jahr zusammen mit der Schelling-Gruppe, die seit dem Herbst 2015 neuer Eigentümer ist. Zu der Zeit habe man auch aktiv angefangen, sich mit dem Thema Robotik zu beschäftigen. „Heute stehen fast 20 im Feld“, sagt Bischoff. So ziemlich „bei Null“ habe man bei dem Thema anfangen müssen. Mittlerweile aber sind gut 10 der gut 950 Mitarbeiter in Deutschland allein mit diesem Thema beschäftigt. In Konkurrenz geht IMA auch mit Software-Unternehmen, von denen sie bisher beispielsweise Gerätesteuerungen eingekauft hat. Auch dieses Segment ist Neuland für das Unternehmen. IMA soll mit den beiden neuen Bereichen als „technologischer Marktführer“ neu positioniert werden, sagt Dirk Niebur, Projektleiter für Robotik. Am Ende, so Bischoff, sei das aber kein Verdrängungswettbewerb. „Da halten wir Ostwestfalen zusammen“, sagt er. Vielmehr sei die Zusammenarbeit in der Region „eine Riesenchance“. Unternehmen wie Hüttenhölscher Maschinenbau aus Verl, die sich mit neuem Markenauftritt präsentierten, seien weiterhin unverzichtbar. Denn die Verler Kollegen haben mehr Erfahrung auf dem Gebiet der Robotik und integrieren ihre intelligenten Automaten in die Fertigungsmaschinen der Nachbarn. Auf ihrem Messestand zeigen Hüttenhölschers einen Roboter, der die Bohrungen zueinander vermisst und darüber die Setzposition korrigiert – Präzisionsarbeit. „Sondermaschinenbau“ ist das Geschäft des Familienunternehmens (150 Mitarbeiter). Die meisten Kunden stammen aus Ostwestfalen – „und das finden wir gut so“, sagt Andrea Hüttenhölscher, Marketingexpertin im Unternehmen. Der Exportanteil liegt bei gut zehn Prozent – vor allem ins europäische Ausland. Neben seinem Roboter zeigt der Familienbetrieb, seine Kernkompetenz: Eine Vormontagepresse für Korpusse, die sowohl Ober- als auch Unterschränke produziert. „Früher war das ein Entweder-Oder“, erklärt Geschäftsführer Daniel Hüttenhölscher. Heute können beide Linien auf einer Maschine gefertigt werden. Entwickelt wurde die Maschine für und mit Nobilia. Mit ihrem Konzept sind die Hüttenhölschers so erfolgreich, dass der Umsatz des Unternehmens stetig wächst. Mit neuem Selbstbewusstsein präsentiert sich in Hannover die Bielefelder Hymmen GmbH. Die innovative Veredelungs-Technologie „Digital Lacquer Embossing“ zum Beispiel sorge dafür, dass das Gefühl beim Anfassen einer Oberfläche auch ihrer Optik entspreche. „Wenn Holzflächen eine Maserung oder Unebenheiten zeigen, dann muss das auch zu spüren sein“, erklärt Hymmen-Sprecherin Anke Pankoke. Die Bielefelder zeigen zudem eine eigenständige Digitaldruckanlage für bis zu drei Millimeter starke Kantenbänder und eine neue Hochglanztechnologie für Doppelbandpressen. Mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2016 sei sie zufrieden, so Pankoke. Der Umsatz von 41 Millionen Euro habe die Erwartungen überschritten. Die Zahl der Mitarbeiter belief sich auf 180 und soll in diesem Jahr – ebenso wie der Umsatz – leicht steigen. Die Auftragsbücher seien für dieses Jahr schon voll, und zahlreiche Projekte für das kommende Jahr abgeschlossen oder in Bearbeitung.

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