Eng: Der teilweise verschenkte Radstreifen soll die Geschwindigkeit der Autos dämpfen. - © Foto: Ansgar Mönter
Eng: Der teilweise verschenkte Radstreifen soll die Geschwindigkeit der Autos dämpfen. | © Foto: Ansgar Mönter

Bielefeld Lückenhafter Radstreifen im Twellbachtal verwundert Anwohner

Twellbachtal: Vernünftiger Kompromiss oder Chaos? Seitdem die Markierungen auf der Straße aufgetragen sind, gibt es unterschiedliche Bewertungen zum neuen Radschutzstreifen

Ansgar Mönter

Dornberg. Die neue Fahrbahndecke der Straße Twellbachtal ist seit Monaten fertig, nun sind auch die Markierungen aufgetragen worden. Die Aufteilung der Straße für fahrende Autos, stehende Autos und Radfahrer verwundert dabei manche Nutzer. So sieht der Dornberger Martin Breuer „ein absolutes Chaos“. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, dass es abschnittsweise mal einen Schutzstreifen gibt für Radfahrer, dann wieder nicht, dann einen Parkplatz, dann wieder Radstreifen und so weiter. „Warum, weiß keiner“, sagt Breuer. Das stimmt allerdings nicht ganz. Henning Hovermann vom Amt für Verkehr der Stadt weiß genau, warum der Radstreifen so aufgetragen wurde, wie er ist. „Es ist ein Kompromiss“, erklärt er. Bei der Planung habe das Amt Rücksicht darauf nehmen müssen, dass so wenig Parkmöglichkeiten wie möglich am Twellbachtal wegfallen. Jede Wohnpartei müsse zwar einen Stellplatz nachweisen, „aber das reicht natürlich nicht“, sagt Hovermann. Zwei bis drei Autos seien die Realität, vor allem in Randlagen, wo der öffentliche Nahverkehr nicht so eng getaktet ist. Am Twellbachtal trifft das zu. Anfangs war sogar vorgesehen, dass ein richtiger Fahrradstreifen auf beiden Seiten aufgetragen wird. Der steht in der Hierarchie über dem Radschutzstreifen. Er darf nicht von Autofahrern genutzt werden, der Schutzstreifen schon. Allerdings wäre mit dem Fahrradweg in roter Farbe das Parken am Twellbachtal-Straßenrand unmöglich gewesen. Die Planungen entstammen dem Herbst 2015. Beteiligt an der Diskussion darüber waren die Bezirksvertretung Dornberg und der Stadtentwicklungsausschuss. Auch eine Anwohnerversammlung hatte es gegeben. „Deshalb müsste sie den Anwohnern bekannt sein“, sagt Hovermann. Der Planer setzt auf eine Gewöhnung an die neue Situation, auch an die leicht verschwenkten Radstreifen, die die Funktion haben, die Geschwindigkeit der Autos „zu dämpfen“, wie er sagt. Noch sei das nicht verinnerlicht bei allen Verkehrsteilnehmern. An diesem Punkt zumindest treffen sich Breuer und Hovermann. Breuer hat nämlich beobachtet, dass auf dem Schutzstreifen geparkt wird, nicht nur in den Abschnitten, wo es ihn nicht gibt. Bis auf Weiteres sieht er es als gescheitert an, mit diesen Markierungen das Radfahren sicher machen zu wollen.

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