Aufwärmen auf der Matte: Ulrike Aubke zeigt Teilnehmern der Trainingsgruppe Übungen zur Förderung der Koordination und des Muskelaufbaus. - © Sabrina Pick
Aufwärmen auf der Matte: Ulrike Aubke zeigt Teilnehmern der Trainingsgruppe Übungen zur Förderung der Koordination und des Muskelaufbaus. | © Sabrina Pick

Brackwede Neue Lebensfreude durch Sport

Übung macht den Leiter (2): Eheleute Aubke leiten Koronar-Abteilung

Sabrina Pick

Brackwede. Nach einer Herzoperation soll sich der Patient lange schonen – zumindest, wenn es nach seinen Angehörigen geht. Dass das aber genau der falsche Weg ist, wissen Wolfgang und Ulrike Aubke. Vor 30 Jahre gründete das Ehepaar die Herzsportgruppe bei der Sportvereinigung Brackwede. Seither leitet Ulrike Aubke jeden Mittwoch die Trainingsgruppe, während ihr Mann die Teilnehmer medizinisch im Auge behält.

„Um falsche Schonungen zu vermeiden und die eigenen Grenzen zu erkennen, gibt es die Koronar-Gruppe“, betont Wolfgang Aubke. Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike, die Sport studiert hat, kam der Sportmediziner auf die Idee, eine Koronar-Abteilung zu gründen. „Trotz der hohen Nachfrage gab es im ganzen Bielefelder Süden kein Herzsport-Angebot“, erinnert sich der Arzt. Das war Mitte der 80er Jahre. Seitdem hat das Ehepaar vielen Teilnehmern die Freude an der Bewegung zurück gegeben. Vor allem die Rückmeldungen aus der Gruppe zeigen Ulrike Aubke, wie wichtig ihr Engagement ist. „Es ist schön zu sehen, dass die meisten wieder Spaß am Sport finden und selbstsicherer mit ihrem Körper umgehen“, sagt die 65-Jährige und lächelt.

Beim Koronarsport muss immer ein Arzt anwesend sein

Eine der Vorschriften für den Koronar-Sport besagt, dass immer ein Arzt vor Ort sein muss. Dieser ist über die einzelnen Krankheitsgeschichten informiert, beobachtet die Belastbarkeit der Teilnehmer und ist immer für einen Notfall gerüstet. „Zum Glück gab es in den ganzen Jahren nie einen Zwischenfall“, sagt Aubke erleichtert.

Jeden Mittwochabend werden in der Halle auf der Rosenhöhe zwei Gruppen mit jeweils 20 Teilnehmern trainiert. Die Teilnehmer werden in eine Übungsgruppe und eine Trainingsgruppe eingeteilt. Die Übungsgruppe schafft auf dem Belastungsergometer 50 W, was einem flotten Walking-Schritt über eine Treppenhaus-Etage entspricht. In der Trainingsgruppe kommen die Männer und Frauen sogar zwei Etagen hoch, ohne aus der Puste zu kommen. Udo Schallner ist seit drei Jahren in der Trainingsgruppe. An seiner Übungsleiterin schätzt er vor allem ihr Engagement und ihre Durchsetzungsfähigkeit. „Oft ist Frau Aubke ganz schön streng und verlangt viel von uns. Aber dafür weiß man auch hinterher, was man gemacht hat“, sagt der 73-Jährige.

Bevor die Trainingsstunde losgehen kann, müssen alle Teilnehmer zum Puls messen. „Zum Vergleich brauchen wir den Belastungs-, Ruhe- und Entspannungspuls“, sagt Wolfgang Aubke. Im Jahr 2006 gab der 73-Jährige seine Praxis auf. Momentan studiert er im fünften Semester Literatur und Geschichte an der Universität Bielefeld. „Vor meinem Medizinstudium wollte ich Lehrer werden“, erklärt er sein Interesse an den Geisteswissenschaften. Dabei lächelt der 73-Jährige, und Fältchen bilden sich um seine Augen und den Mund.

Das Training folgt einem festen Programm

Der Ablauf für die eineinhalb Stunden Training folgt immer einem festen Programm: Nach dem Aufwärmen werden alle Muskelgruppen mit einem Funktionstraining angesprochen. Gleichzeitig sollen die Koordination und der Muskelaufbau gefördert werden. Danach entspannen sich die Teilnehmer mit Dehnübungen, um zum Schluss ihre Ausdauer zu trainieren. Dies geschieht durch abwechselndes Laufen und Gehen.

„Hier finden die Teilnehmer Menschen mit einem ähnlichen Schicksal, und sie können sich untereinander austauschen“, sagt Ulrike Aubke. Alle zwei Jahre muss die 65-Jährige ihre spezielle Übungsleiterlizenz erneuern. Wenn sie nicht gerade Gruppen anleitet, spielt sie mit ihrem Mann Golf, liest viele Romane und spielt Doppelkopf. Die Eheleute haben drei Söhne und vier Enkelkinder, die allesamt in Wien leben. „Wir versuchen, sie, so oft es geht, zu besuchen“, sagen Aubkes.

Bisher erschienen:

´ Linda Kunkel, SV Brackwede, Fitness und Gesundheit

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