Atmen, zielen, abziehen, nachhalten: Seit seinem 16. Lebensjahr ist Maik Pollmann im Schützenverein Brackwede und gibt seine Erfahrung als Sportleiter an die Schützen weiter. - © Sabrina Pick
Atmen, zielen, abziehen, nachhalten: Seit seinem 16. Lebensjahr ist Maik Pollmann im Schützenverein Brackwede und gibt seine Erfahrung als Sportleiter an die Schützen weiter. | © Sabrina Pick

Brackwede Direkt ins Schwarze

Übung macht den Leiter (8): Maik Pollmann vom Schützenverein Brackwede

Sabrina Pick
Treffsicher: Maik Pollmann (l.) und Hartmut Paterok werten den Scheibenspiegel des 68-Jährigen aus. - © Sabrina Pick
Treffsicher: Maik Pollmann (l.) und Hartmut Paterok werten den Scheibenspiegel des 68-Jährigen aus. | © Sabrina Pick

Brackwede. Der Knall von fünf Schüssen hallt an den Wänden wieder. Auf dem Boden liegen messingfarbene Patronenhülsen. Der Geruch von Silvesterknallern liegt in der Luft. Maik Pollmann lässt den Revolver sinken. Ein prüfender Blick auf die Zielscheibe, dann breitet sich ein zufriedener Ausdruck auf dem Gesicht des 40-Jährigen aus. „Mit der Zeit weiß man, ob der Schuss ins Schwarze gegangen ist“, sagt Pollmann. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er im Schützenverein Brackwede und gibt seine Erfahrung als Sportleiter an die Schützen weiter.

Der erste Kontakt zum Schießen entstand, als der Vater des breitschultrigen Mannes 1980 in den Schützenverein Brackwede eintrat. „Ich bin praktisch mit Waffen groß geworden“, erklärt Pollmann. Die Begeisterung für das Schießen teilend, zeigte sein Vater ihm den richtigen Umgang mit Waffen. Ein Hobby, das aufgrund der potenziellen Gefährlichkeit des Sportgerätes durchaus polarisiert.

Das Einhalten des Waffenrechts und der Sicherheitsrichtlinien ist für Pollmann daher das A und O, um Missbrauch und Leichtfertigkeit vorzubeugen. Beispielsweise müssen Waffen unter Verschluss aufbewahrt werden, die Munition darf nur getrennt davon gelagert werden. Genauso ist es auch beim Transport zum Schießstand oder Wettkampf.

Eine weitere Sicherheitsregel besagt außerdem, dass maximal fünf Schuss pro Ladung auf dem Stand abgefeuert werden dürfen. „Wenn man sich an das hält, was man gelernt hat, kann nichts passieren“, betont der 40-Jährige. Auch die Vereinsgeschichte gibt ihm recht – in der ganzen Zeit gab es keine Unfälle auf der Schießanlage.

Die Anfänger beginnen am Luftgewehr

Aus insgesamt 120 Mitgliedern besteht der Schützenverein, zwanzig von ihnen sind aktive Schützen. Seit einem halben Jahr gehört auch Lara dazu. Die 13-Jährige ist mit Abstand das jüngste Mitglied. „Beim Schießen kann ich gut abschalten“, sagt das Mädchen lächelnd. Gemeinsam mit ihrem Opa steht sie am Luftgewehr, der Einstiegsdisziplin beim Schießen. Ihr Vater feuert derweil Patronen auf der Außenanlage ab. Hier darf mit Klein- und Großkalibern (Pistolen und Revolver) geschossen werden. Maik Pollmann hat dabei immer alles im Blick. Schließlich trägt der 40-Jährige die Verantwortung für die Schützen und steht ihnen auch bei Fragen zur Seite.

Aber so leicht wie es aussieht, ist Schießen nicht. „Es ist belastend für die Arme, weil man die Waffe lange halten muss“, weiß Pollmann. „Auch die Augen werden dadurch sehr angestrengt.“ Mit Stützen, die einen Großteil des Waffengewichts tragen oder speziellen Sehhilfen, kann der Sport Einsteigern erleichtert werden.

Gemeinsam mit Hartmut Paterok geht Pollmann jetzt an die Zielscheibe der zweiten Schießbahn. Nachdem der 68-Jährige fünf Schüsse abgegeben hat, folgt nun die Auswertung. Unter die guten Treffer hat sich auch ein Ausreißer verirrt. „Das kann schon mal vorkommen“,, sagt Paterok gelassen. Seit 1989 ist er im Schützenverein. Der ergraute Mann schätzt neben dem Schießen besonders die Kameradschaft unter den Sportlern.

„Beim Schießen muss man sich sehr konzentrieren und Geräusche ausblenden. Im Alltagsstress ist diese Fähigkeit sehr hilfreich“, weiß der Sportleiter, der Informatiker von Beruf ist. Am Schießen liebt Pollmann die Herausforderung. Besonders stolz ist er auf seine Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in Pforzheim. „Allein die Atmosphäre und der riesige Schießstand sind beeindruckend.“ Dreißig Stände stehen nebeneinander aufgereiht, dazu kommen noch diverse Gewehrstände. In Brackwede sind es im Vergleich dazu gerade mal fünf. Das Ziel ist allerdings überall das Gleiche: die Mitte der Schießscheibe zu treffen.


Bisher erschienen:

´ Linda Kunkel, SV Brackwede, Fitness und Gesundheit
´ Ulrike und Wolfgang Aubke, Koronarsport SVB
´ Thomas Minnich, Tauchsport-Gemeinschaft Ravensberg
´ Uwe Libke, Karateclub Sennestadt
´ Mechthild Pogatzki-Jaschewski, Karnevalsverein Brackwede
´ Ellen Villmann, TuS 08 Senne.

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