So geht es: "Wenn du da trittst, bewegt sich die Klappe an den Flügeln." Diese Erläuterungen hat der ehrenamtliche Fluglehrer Ralf Ferenschütz schon vielen Schülern gegeben, wie hier dem 15-jährigen Joshua, aber er hat immer noch Spaß daran. - © Fotos: Sibylle Kemna
So geht es: "Wenn du da trittst, bewegt sich die Klappe an den Flügeln." Diese Erläuterungen hat der ehrenamtliche Fluglehrer Ralf Ferenschütz schon vielen Schülern gegeben, wie hier dem 15-jährigen Joshua, aber er hat immer noch Spaß daran. | © Fotos: Sibylle Kemna

Senne Freiheit in luftiger Höhe

Übung macht den Leiter (10): Ralf Ferenschütz bildet Segelflieger aus

Sibylle Kemna
Putzen gehört dazu: Nur ein von Fliegen und Schmutz gereinigtes Flugzeug gleitet gut durch die Luft, und das Säubern, wie es hier (v.l.) Francois Ferenschütz, Flugschüler Joshua und Fluglehrer Ralf Ferenschütz machen, ist Routine.
Putzen gehört dazu: Nur ein von Fliegen und Schmutz gereinigtes Flugzeug gleitet gut durch die Luft, und das Säubern, wie es hier (v.l.) Francois Ferenschütz, Flugschüler Joshua und Fluglehrer Ralf Ferenschütz machen, ist Routine.

Senne. Segelfliegen gehört zu den anspruchsvollsten Sportarten, belohnt dafür aber mit Eindrücken, die ein Pilot sein Leben lang nicht vergisst. Diese Begeisterung für das Fliegen vermittelt Ralf Ferenschütz als ehrenamtlicher Fluglehrer seit 33 Jahren an seine Schüler.

"Segelfliegen ist eine Sucht. Man kommt nicht mehr davon los, wenn man erst mal richtig Feuer gefangen hat." Das sagt Francois Ferenschütz, der Sohn. Vater Ralf nickt bestätigend. Dieses Hobby sei "zeitfressend" und habe so manche Ehe zerstört. Oder bereichert, wenn der Partner auch Freude daran findet. Auch dazu nickt Ralf Ferenschütz, der stolz ist, dass sein Sohn auch Fluglehrer wird.

Er macht nicht viele Worte am Boden, und wenn er fliegt, ist er sowieso allein und in seiner eigenen Welt. Während Jörg Baumhöfener, der vor Jahren bei ihm das Fliegen gelernt hat, von der Freiheit oben schwärmt, erklärt Ralf Ferenschütz, dass er die Herausforderung mag, "die Aufwinde zu finden und technisch alles richtig zu machen". Doch auch den Ausblick genieße er, gibt er auf Nachfrage zu: "Die Landschaft von oben ist so herrlich, das ist gar kein Vergleich mit unten."

Gerade seine ruhige, unaufgeregte Art macht ihn zu einem guten Fluglehrer. "Er hat unglaublich viel Geduld", berichtet Walkenhorst, "bis ihm der Geduldsfaden reißt, das dauert, aber dann schimpft er auch wirklich." Seine ehemaligen Flugschüler haben dafür Verständnis. "Da geht es dann um Leben oder Tod."

Aus der Vogelperspektive die Welt zu erleben, angetrieben nur von der Thermik, das hat dem damals Zwanzigjährigen 1974 gleich gefallen. In der Carl-Severing-Schule hatte er einen Theorielehrgang absolviert und das "in der Praxis doch auch mal ausprobieren" wollen. "Einfach schön" fand er es und hatte daraufhin den Ehrgeiz, "einen Beruf zu ergreifen, in dem man so viel verdient, dass man in der Freizeit fliegen kann".

Als Elektroingenieur gelang ihm das und nach und nach wurde aus dem Flugschüler ein Fluglehrer. Seit etwa 1982 bildet Ferenschütz auf dem Flugplatz Windelsbleiche den Nachwuchs aus und ist damit nach Rolf Kortejohann, der bei Bedarf einspringt, der dienstälteste Fluglehrer vor Ort. Etwa 70 jungen Menschen hat er das Fliegen beigebracht, darunter Kai Siebert, der an der Weltmeisterschaft der Segelflieger in Neuseeland teilgenommen hat.

Aber es geht Ferenschütz nicht darum, besondere Cracks auszubilden. "Auch wenn einer fliegerisch kein besonderes Talent hat, ist es die Sache wert, wenn der sich bei diesem Hobby entspannen kann", erklärt der umsichtige Lehrer, der für viele ein Vorbild ist. "Er ist immer verfügbar, sehr verlässlich und bringt sich hier ein mit unglaublichem Engagement", lobt sein Sohn.

Vom ersten Flug an steuert der Flugschüler. Er sitzt vorne und Ferenschütz hinter ihm. Von dort hat dieser Zugriff auf sämtliche Funktionen und Geräte. "Nur auf das Funkgerät nicht", erklärt der Cheffluglehrer schmunzelnd. "Ich greife oft ein, um zu zeigen, wie man es richtig macht", sagt er. Der gemütliche Mann will den Nachwuchs zum umsichtigen, verantwortungsbewussten Verhalten im Flugbetrieb führen. Dazu gehört die genaue Information über Wind und Wetter, aber auch das Säubern der Flugzeuge nach der Landung. Alles macht er mit Ruhe und Gewissenhaftigkeit. Das strahlt auf seine Schüler aus, die zu ihm aufschauen, wie der 15-jährige Joshua, der schon schwärmt von der Faszination des Fliegens. Und zustimmt, wenn Ferenschütz sagt: "Es ist die schönste Nebenbeschäftigung der Welt."

Bisher erschienen:

´ Linda Kunkel, SV Brackwede, Fitness und Gesundheit

´ Ulrike und Wolfgang Aubke, Koronarsport SV Brackwede

´ Thomas Minnich, Tauchsport-Gemeinschaft Ravensberg

´ Uwe Libke, Karateclub Sennestadt,

´ Mechthild Pogatzki-Jaschewski, Karnevalsverein Brackwede

´Gunter Stephan, Schachclub Brackwede

´Ellen Villmann, TuS 08 Senne.

´Maik Pollmann, Schützenverein Brackwede.

´Mario Schröder, Boxsport Bielefeld.

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