Action: Phillip Schubin übt mit seinem Trainer, Kickbox-Meister Mario Schröder, die Deckung. Für die Teilnahme an den ersten Wettkämpfen werden die Jungen von ihm gut vorbereitet. - © Foto: Sibylle Kemna
Action: Phillip Schubin übt mit seinem Trainer, Kickbox-Meister Mario Schröder, die Deckung. Für die Teilnahme an den ersten Wettkämpfen werden die Jungen von ihm gut vorbereitet. | © Foto: Sibylle Kemna

Brackwede "Die Kinder sind der Hammer"

ÜBUNG MACHT DEN lEITER (10): Kickbox-Meister Mario Schröder

Sibylle Kemna
Hartes Training: Vuk Andjelic (v.l.), Silas Schmidt, Ardijan Nimani, Phillip Schubin und Kaan Durmus (r.) lieben ihren Trainer (2.v.r.), auch wenn oder gerade weil er ihnen vieles abverlangt. - © Foto: Sibylle Kemna
Hartes Training: Vuk Andjelic (v.l.), Silas Schmidt, Ardijan Nimani, Phillip Schubin und Kaan Durmus (r.) lieben ihren Trainer (2.v.r.), auch wenn oder gerade weil er ihnen vieles abverlangt. | © Foto: Sibylle Kemna

Brackwede. Einen Hype ausgelöst hat der Verein "Boxsport Bielefeld" durch die Einrichtung einer Kinder- und Jugendgruppe. Nach gut einem Jahr hat sich die Zahl der regelmäßig hier trainierenden Kids von einem knappen Dutzend auf etwa 50 mehr als vervierfacht. Ein Faktor des Erfolges ist Mario Schröder. Die Kinder lieben ihn und hängen an seinen Lippen.

Wenn er trainiert, ist der 39-Jährige in seinem Element. Voller Eifer schaut er genau hin, gibt Tipps, lobt und korrigiert, sorgt für das Einüben richtiger Techniken und zugleich für viel Abwechslung. Vor allem aber pflegt er einen sehr liebevollen Umgang mit den Heranwachsenden. Er umarmt den einen, streicht dem nächsten über den Kopf, lacht immer wieder zusammen mit seinen Schützlingen.

Aber er verteilt auch Strafen, wie "zehn Liegestütze", die von den Jungen klaglos erledigt werden. Denn sie wollen dabei bleiben und halten sich an die Regeln. "Die Kinder sind der Hammer", sagt er strahlend. "Das macht mir so viel Spaß, ihnen etwas beizubringen und ihre Entwicklung zu begleiten." Als Trainer hilft er schon seit rund zehn Jahren aus, aber mit der Kindergruppe hat er seine besondere Mission gefunden.

Der Bielefelder ist selbst mit 16 Jahren zum Kickboxen gekommen und hat schnell begonnen, zahlreiche Titel zu erwerben. "Ein Freund hat mich mitgenommen, da habe ich gleich Feuer gefangen, und nach drei Monaten bin ich schon bis ins Finale bei den Deutschen Meisterschaften gekommen", berichtet Schröder, der es bei der "Wiaska", einer Kickboxorganisation, schon zwei Mal zum Weltmeister gebracht hat. Das verleiht ihm für die Kinder eine Aura. "Die schauen zu einem hoch", erklärt der erfolgreiche Kickboxer und schmunzelt.

Information

Aktiv im Ehrenamt

  • Sie sind motiviert, geduldig und Meister ihres Sports: die Übungsleiter der Sportvereine in der Region.
  • In der Serien „Übung macht den Leiter“ stellt die Neue Westfälische einige Trainerinnen und Trainer aus den Bielefelder Stadtteilen Brackwede, Sennestadt und Senne vor, die sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren.

Zusammen mit A-Trainer Clemens Brügge leitet er die Kinder- und Jugendgruppen - an vier Tagen die Woche. "Ich mache die dynamischen Übungen, er die technischen", erklärt er die Arbeitsteilung. Beiden Trainern ist wichtig, dass der Nachwuchs lernt, verantwortungsvoll mit seiner Kraft und Aggression umzugehen. "Wir bilden keine Straßenschläger aus", betont Brügge. Wer außerhalb des Rings kämpft, fliegt raus. Boxen schürt nicht die Gewalt, sondern baut viele Aggressionen ab, so Schröder. "Man powert sich voll aus im Training und lernt, einen fairen Kampf zu festen Regeln zu führen", betont er. In ein paar Wochen fährt er mit vier Jungen auf den ersten Wettkampf.

Er selbst zieht sich langsam aus dem Wettkampfgeschehen zurück. Doch als Trainer bleiben ihm Turniere und ihre sehr freundschaftliche Stimmung erhalten. "Ich bin voller Spannung, das ist das Feuer von früher, nur anders, weil ich jetzt zugucke."

Neben Boxen und Kickboxen hat er nicht viel Zeit für Hobbys, außer dem Laufen. Jedes Jahr nimmt er am Hermannslauf teil und hat jetzt auch den Triathlon entdeckt. "Aber ich komme bis auf mittwochs jeden Tag direkt vom Büro hierher in den Sportpalast." Nach der Kindergruppe trainiert er selbst oder springt auch bei den Erwachsenen als Trainer ein.

Das Kickboxen hat ihn stark geprägt. "Wenn man gewinnen will, muss man viel investieren, das habe ich in diesem Sport für mich gelernt." So wurde aus dem Fräser bei Dürrkopp nach etlichen Aus- und Fortbildungen ein Maschinenbautechniker und Konstrukteur. "Diesen beruflichen Kampfgeist, immer noch mal weiter zu lernen, hätte ich ohne das Boxen nicht gehabt", ist er sich sicher.

Auch menschliche Werte gibt Mario Schröder deshalb seinen Schützlingen mit. Fairness, Respekt, Zusammenhalt, Disziplin, Durchhaltevermögen gehören dazu. "Die Kinder vertrauen mir, kommen auch mit schulischen oder familiären Problemen zu mir." So ist er nicht nur Trainer und gelegentlich Erzieher, sondern auch Vertrauensperson. Und leuchtendes Vorbild.

Bisher erschienen:

  • Linda Kunkel, SV Brackwede, Fitness und Gesundheit
  • Ulrike und Wolfgang Aubke, Koronarsport SV Brackwede
  • Thomas Minnich, Tauchsport-Gemeinschaft Ravensberg´ Uwe Libke, Karateclub Sennestadt,
  • Mechthild Pogatzki-Jaschewski, Karnevalsverein Brackwede´ Gunter Stephan, Schachclub Brackwede
  • Ellen Villmann, TuS 08 Senne.
  • Maik Pollmann, Schützenverein Brackwede.

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