Jeder fängt klein an: Schon im Grundschulalter lernen die kleinen Karatekas wie hier Marcel Hoffmann das Schlagen. Das gehört mit dem Treten zu den Grundtechniken des Karate. Uwe Libke(r.) freut sich, als Trainer die Entwicklung der Kinder zu verfolgen. - © FOTO: KEMNA
Jeder fängt klein an: Schon im Grundschulalter lernen die kleinen Karatekas wie hier Marcel Hoffmann das Schlagen. Das gehört mit dem Treten zu den Grundtechniken des Karate. Uwe Libke(r.) freut sich, als Trainer die Entwicklung der Kinder zu verfolgen. | © FOTO: KEMNA

Sennestadt Training für Körper und Geist

Übung macht den Leiter (4): Uwe Libke, Karate-Club Sennestadt

Sibylle Kemna

Sennestadt. Einer wird von mehreren angegriffen und jagt sie alle fort mit Tritten und Schlägen. Solche Szenen aus Kung-Fu-Filme haben Uwe Libke als Kind fasziniert. "Ich war ein kleiner Mickerling und wollte es allen zeigen", erinnert sich der 52-Jährige. So kam er zum Karate und bringt die fernöstliche Kampfkunst seit rund 24 Jahren kleinen und großen Sennestädtern bei.

"Zwar habe ich es nie gebraucht, weil ich nicht angegriffen wurde, aber Karate hat mir auf jeden Fall zu mehr Selbstbewusstsein, Körpergefühl, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Kondition verholfen", berichtet der Träger des 2. Dan (Meistergrades). Genau das möchte er auch bei den Kindern und Jugendlichen bewirken, die zu seinem Training kommen. "Aber der Spaß spielt auch eine wichtige Rolle, sie sollen Freude am Karate entwickeln", erläutert er.

Er hatte als Kind sehnsüchtig darauf gewartet, mit dem Karate beginnen zu können, denn damals musste man zwölf Jahre alt sein, um im 1970 gegründeten Karate-Club Sennestadt trainieren zu können. Heute ist das anders, da kommen die Kinder schon im Grundschulalter und darunter. "Da geht es natürlich noch ein bisschen spielerischer zu, aber Disziplin und Konzentration ist auch bei den Kleinen Voraussetzung." Das klappt auch sehr gut. Ein Wort des Trainers und alle sind still, nehmen die richtige Position ein oder versuchen es zumindest. "Nach einer gewissen Zeit sind alle auf der Spur", erzählt Libke lächelnd.

Als Jugendlicher war Libke sehr erfolgreich. Zusammen mit seinem Sennestädter Kumite (Kampf)-Team wurde er 1979 Deutscher Meister im Leichtkontakt-Karate. Damals trainierte er vier Mal in der Woche und hatte viel Spaß am Erfolg. Doch dann sorgte eine Familienphase dafür, dass er mit Karate aufhörte: Er wurde mit 18 Jahren schon Vater. Zehn Jahre später stieg er wieder ein und musste erfahren, dass er vieles von seiner Beweglichkeit verloren hatte. "Ich kam mit braunem Gurt, aber als ,Couch Potatoe', das tat erst mal weh."

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Schon bald übernahm er als Übungsleiter eine Kindergruppe. "Ich kann gut mit Kindern und habe da Spaß dran", erklärt der beruflich als Lagerist tätige Libke. "Ich mache die Basisarbeit, vermittele den Kindern Spaß an der Bewegung, Körpergefühl und eine aufrechte Haltung." Immer wieder macht er mit den Schülern die gleichen Bewegungsabläufe - bis sie diese richtig ausführen und verinnerlicht haben. "Das hat etwas Meditatives und schult den Durchhaltewillen", meint der kräftige Glatzkopf. Er liebt es, zu beobachten, wie die Kinder sich freuen, wenn sie etwas geschafft haben "Das ist oft eine richtige Verwandlung, die wir begleiten, da wird aus einem schüchternen Kind ein selbstbewusstes."

"Mich hat Karate geprägt", ist er sich sicher. "Dadurch bin ich ein ruhiger, gelassener Typ geworden. Wenn ich in den Ferien kein Karate mache, bin ich nicht so ausgeglichen." Die Entspannungs- und Atemtechniken gefallen ihm, aber das Eintauchen in die fernöstliche Philosophie liegt ihm nicht so. Dafür die Arbeit an Körper und Geist. "Man ist ganz auf sich konzentriert."

Bisher erschienen:

  • Linda Kunkel, SV Brackwede, Fitness und Gesundheit
  • Ulrike und Wolfgang Aubke, Koronarsport SVB
  • Thomas Minnich, Tauchsport-Gemeinschaft Ravensberg

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