Marion Fluck, Barbara Coerdt und Barbara Hintermeier sind die "More Maids", die sich ganz dem Irish Folk verschrieben haben. - © FOTO: ALEXANDER HEIM
Marion Fluck, Barbara Coerdt und Barbara Hintermeier sind die "More Maids", die sich ganz dem Irish Folk verschrieben haben. | © FOTO: ALEXANDER HEIM

Quelle Ausflug zur Smaragd-Insel

Trio "More Maids" begeistert die Fans des Irish Folk im Zweischlingen

VON ALEXANDER HEIM

Quelle. Nein, eigene Stücke sind es nur vereinzelte, die die "More Maids" einstreuen. Stattdessen laden sie ein. Zu einer Reise quer durch Schottland und Irland. Zu einem Bummel durch die Zeiten – denn zeitgenössische Jigs und Reels weiß das stimmgewaltige Damentrio ebenso in seinem Repertoire wie die ganz großen Klassiker. Für die Besucher im Zweischlingen war das genau die richtige Mischung.

Noten brauchen sie nicht. Textsicher sind sie ebenso. Was die "More Maids" präsentieren, präsentieren sie aus dem Stehgreif. Wer ihnen beim Spielen auf die Figer schaut, der kommt aus dem Staunen nicht heraus. Da sitzt jeder Handgriff. Da flitzen die Finger nur so über Saiten oder Luftöffnungen. Jigs und Reels vom Feinsten eben. 

Warum sie sich "More Maids" nennen? "Wir sollten bei einem Festival in Ludwigshafen – auf der Harlekinade –  als Vorgruppe auftreten. Die Hauptband bestand ebenfalls nur aus Frauen, also aus Maids. Da haben wir beschlossen, wir nennen uns erst einmal ,More Maids’, noch mehr Mädchen", erzählt Barbara Coerdt. Bei dem Arbeitstitel ist es seitdem geblieben. Seit 13 Jahren sind die "More Maids" von den nationalen und internationalen Festivals nicht mehr wegzudenken.

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Der Teufel trägt Pampers

Wie sagt doch der Volksmund: "Die Stimme des Teufels hört sich süß an!" Was der gehörnte Verführer allerdings sonst noch so alles auf Lager hat, ahnt eine junge Mutter wie Lisa Feller spätestens nach der Geburt.
Deshalb dreht sich in Lisa Fellers neuem Soloprogramm "Der Teufel trägt Pampers" alles rund um ihre Familie, um die Schwangerschaft, Kinder, Ehemänner und um große Fragen wie: "Gibt es ein Leben für die Frau 30 plus?"
Antworten gibt es bei ihrem Auftritt im Zweischlingen, Osnabrücker Straße 200, am Samstag, 8. Dezember, um 21 Uhr.

Sechs Jahre ist es her, dass die Gruppe zuletzt den Weg ins Zweischlingen fand. Vor drei Jahren gastierte sie –  bei einem ihrer rund 20 bis 30 Auftritte pro Jahr – zuletzt in der Leinweberstadt. Nun standen sie hier erneut auf der Bühne. Diesmal aber in anderer, in neuer Besetzung. Denn zu Barabara Coerdt (Gesang und Irish Bouzouki) und Marion Fluck (Querflöte, Tin Whistle und Akkordeon) hat sich seit ein paar Jahren die Münchenerin Barbara Hintermeier (Violine, Gesang) hinzugesellt. "Wir sehen uns schon regelmäßig", verrät sie und erklärt, wie sich die Distanzen zwischen München, Mannheim und Hannover am besten überbrücken lassen.  "Manchmal nutzen wir einfach ein ganzes Wochenende zum Proben."

In ihren Liedern erzählen die Sängerinnen von Abby und ihrem Verehrer Willy. Von seinem Begehren, sie zu heiraten. Und ihrer erfolgreichen Verweigerung. Sie vermitteln ein Schaudern und Gruseln, wenn sie von der Frau singen, die ihr Baby ermordet, um sich dann in den Glauben zu flüchten. Sie verzücken mit der Liebe, die sich am "The Next Market Day" entspinnt. Und verzaubern mit der Geschichte vom jungen Schafshirten, der ein Mädchen aus dem kühlen Fluss rettet, sich in sie verliebt und am Ende doch mit leeren Händen dasteht. "Du bist mir zu fürsorglich", lässt die Angebetete ihn abblitzen. "Spooky" wird es schließlich , als die "More Maids" von der Hexe "Susanna Martin" singen.

Immer wieder wissen die drei Frauen mit ihren geschickten Arrangements zu begeistern. Und immer wieder formiert sich dieser wunderbare, polyphone Gesang. Vor allem im zweiten Teil des Abends zeigen sie,  wie schön Dreistimmigkeit klingen kann. Und ganz nebenbei vermitteln sie dabei auch noch  –  "Hep" – ein wenig irische Zuhörerkultur.

"Zugabe, Zugabe"-Rufe folgen. Und die "More Maids" gewähren sie. Mit dem Walzer "The Jewel in The Ocean". Und "Ready for The Storm". Mit dem die Gäste in den wirklichen Schneesturm draußen vor der Tür entlassen werden. Welch Synchronizität der Ereignisse.  

Schade nur, dass bei so virtuosem und feinen Umgang mit Stimme und Instrumenten vergleichsweise wenige Zuhörer den Weg ins Zweischlingen gefunden hatten. Zu mächtig war da wohl die Verführung der  vielen Weihnachtsmärkte am ersten Adventswochenende. Der Ausflug auf die Smaragdinsel –  er war nicht nur warm, sondern auch wohlig und wohltuend.

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