Brackwede "Schmeckt immer wie beim Italiener"

Wie Unternehmen Produkte dem internationalen Kundengeschmack anpassen

Brackwede. Mehr als 100 Gäste verfolgten das vierte Exportforum des Rudolf-Rempel Berufskollegs (RRB) zum Thema "Produktpolitische Herausforderungen auf Auslandsmärkten".
Mit Professor Dr. Knut Wiesner (Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt) und Hans-Wilhelm Beckmann (Sortimentsbereichsleiter Tiefkühlkost bei der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG) konnten die Veranstalter wiederum zwei hochkarätige Experten des Auslandsgeschäfts gewinnen.

"Lokalinternational" sei die oft gewählte Strategie in deutschen Unternehmen, wenn es um die Erschließung von Auslandmärkten mit den eigenen Produkten gehe, erläuterte Wiesner. Gemeint ist, Produkte gerade so viel zu differenzieren, dass die weltweit sehr unterschiedlich tickenden Kunden sie kaufen.

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Andererseits sollten Produkte so standardisiert wie möglich angeboten werden, um Kostenvorteile durch große Produktionsmengen realisieren zu können und somit die Budgets der Unternehmen zu schonen. Als wichtige Checkliste in diesem Spannungsfeld gab Wiesner seinen Zuhörern an, die Umweltbedingungen, den technischen Standard, die Wertvorstellungen, die sozialen Beziehungen und die rechtlich-politischen Gegebenheiten in den Zielmärkten zu prüfen. So lasse sich erfassen, welche Produktanpassungen notwendig seien, um Kunden zuerst neugierig zu machen und später an sich zu binden.

Seine Kunden weltweit mit dem gleichen Produkt zu begeistern, das gelingt Dr. Oetker unter anderem mit der Ristorante-"PizzaMozarella", wie Beckmann in seinem kurzweiligen Vortrag erläuterte. Lediglich geringe Veränderungen in der Verpackung oder den Werbespots seien zwischen Norwegen und Südafrika, zwischen den USA und Russland erforderlich.

Natürlich könne die Marke Dr. Oetker nur so erfolgreich sein, weil sie auch die Besonderheiten ihrer Kundschaft in den verschiedenen Ländern stets im Auge behalte: So sei der erfolgreiche Slogan "Schmeckt immer wie beim Italiener" in Italien natürlich abgeändert, die Salami auf der Pizza wird in Kanada mit Fenchel angereichert oder die Hauspizza in Polen mit einem dicken Boden, Pilzsoße, Käse und Schinken, angelehnt an die nationale Küche, versehen.

Die lebhafte Podiumsdiskussion zwischen Studierenden der Fachschule (auf dem Plenum vertreten waren Stephanie Carlsen, Murad Demirbas, Anna Neuhaus und Björn Meyer) und den beiden Referenten, die immer wieder durch Impulse aus dem Publikum ergänzt wurde, zeigte, dass Einblicke in die Wirtschaft aus der Perspektive erfahrener Praktiker und namhafter Theoretiker begeistern.

"Zum einen können Bildungsinstitutionen wie das Rudolf-Rempel-Berufskolleg mit Veranstaltungen dieser Qualität den Wissentransfer aus der Hochschule und aus namhaften Unternehmen der Region in die kleinen und mittelständischen Unternehmen unterstützen. Zum anderen bringen sie Studierende und Unternehmen zusammen und schaffen somit eine Kontaktbörse", erläutert Organisatorin Christiane Rosenthal die Zielsetzung der "Forums"-Veranstaltungsreihe.

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