Ein Anblick, der erhalten bleibt: Die Brackweder Investorengemeinschaft Böhringer und Partner will mit ihrem Neurozentrum in die ehemalige griechische Schule umziehen. Äußerlich soll sich beim Umbau nichts verändern. - © Andreas Zobe
Ein Anblick, der erhalten bleibt: Die Brackweder Investorengemeinschaft Böhringer und Partner will mit ihrem Neurozentrum in die ehemalige griechische Schule umziehen. Äußerlich soll sich beim Umbau nichts verändern. | © Andreas Zobe

Brackwede Lyceum wird neue Heimat des Neurozentrums Bielefeld

Stadtrat hat Bewerbung einer Brackweder Investorengemeinschaft angenommen. Nun folgen die konkreten Vertragsverhandlungen

Susanne Lahr

Brackwede. Die historische Mitte bleibt eine Brackweder Angelegenheit. Der Stadtrat hat sich nach Informationen der NW am Mittwochabend zu später Stunde in nichtöffentlicher Sitzung entschlossen, das ehemalige griechische Lyceum und das frühere Badehaus an eine Brackweder Investorengemeinschaft zu verkaufen. Das Neurozentrum Bielefeld plant, seinen Sitz von der Hauptstraße 102 dorthin zu verlegen. Der Stadtrat ist damit der Empfehlung der Bezirksvertretung Brackwede gefolgt. Diese hatte die Bewerbung von Johannes Böhringer und dessen Investorengemeinschaft favorisiert. Der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie seine Partner und Ärzte suchen eine neue Heimat. Die Räume über der Sparkasse sind für das gewachsene Neurozentrum, in dem mittlerweile vier Ärzte praktizieren, auf Dauer zu klein. Böhringer hat sich damit gegen drei weitere Bewerber durchgesetzt, die teilweise Pläne hatten, die über die zum Verkauf ausgeschriebenen Grundstücke und Gebäude hinausgegangen waren. Johannes Böhringers Konzept sieht vor, das Lyceum (die frühere Brackweder Mittelschule) „in seiner optischen Anmutung zu erhalten“. „Die Gebäudesubstanz insgesamt ist ja intakt.“ Der Immobilienservicebetrieb (ISB) hatte in seiner Ausschreibung bereits klargemacht, dass Architektur- und Fassadendetails der ehemaligen Schule sowie die Dachgestaltung grundsätzlich zu erhalten seien.Badehaus weicht Wohn-Geschäftsgebäude Innen sei geplant, so Böhringer, das Schulgebäude behutsam so weit zurückzubauen, dass es für die Praxen funktional ist. Der marode Gebäudekomplex des Badehauses soll indes abgerissen werden. „An dieser Stelle ist eine Mischform aus Wohnungen und Praxen geplant“, sagt Johannes Böhringer gegenüber der NW. Genaue Pläne gebe es allerdings noch nicht. Man werde bespielsweise im Vorfeld prüfen, ob das Interesse weiterer Kollegen bestehe, sich an dieser Stelle anzusiedeln. Er zeigte sich erfreut, dass die Stadt seiner Bewerbung den Zuschlag gegeben hat. Jetzt werde die Investorengemeinschaft den konkreten Kaufvertrag mit der Stadt aushandeln. Baudezernent Gregor Moss hatte der Bezirksvertretung im Mai versprochen, dass alle nötigen vertraglichen und planerischen Instrumente eingesetzt würden, um nach einem Verkauf des Herzstückes der historischen Mitte Brackwedes das äußere Erscheinungsbild der Mittelschule weitestgehend zu schützen.Gebäude soll äußerlich erhalten bleiben Die Hürden dürften in diesem Fall nicht schwer zu überwinden sein, da die Investorengemeinschaft angekündigt hat, das Gebäude von 1911/12 so wie es ist erhalten zu wollen. Johannes Böhringer schätzt, dass die Verträge im Februar unterschriftsreif sein könnten. Die genaue Verkaufssumme ist nicht bekannt, aber der ISB hatte ein Mindestgebot von 1,55 Millionen Euro aufgerufen. Details werden auch die Bürgerinitiative zum Erhalt der historischen Mitte Brackwedes interessieren. Sie kämpft seit fast drei Jahren um die alten Gebäude. Ihr Ziel ist es bislang, das gesamte Areal zwischen Kimbern-, Goten- und Germanenstraße als Denkmalschutzbereich ausweisen zu lassen.

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