Brackwede Neuer Naturschutzwächter im Einsatz

Um den Pudding (8): Olaf Strothmann ist seit Juli im Amt. Am Bockschatzhof ist alles im grünen Bereich

Kristoffer Fillies

Brackwede. Brackwede hat wieder einen zweiten Naturschutzwächter. Olaf Strothmann wacht nun schon seit Juli über die Bäume und Wanderwege im Bereich Brackwede-Ost, der von der Grenze zur Senne bis zum Ostwestfalendamm reicht. Strothmann wandert gerne auf den Wanderwegen A 1 und A 2, die am Bockschatzhof entlang führen. Meist ist er aber mit dem Fahrrad unterwegs. Auch im Herbst ist die Natur an der Teichlandschaft ein beliebtes Ziel für Wanderer und Fahrradfahrer. Gemeinsam starten wir an der Auffahrt zur Grünanlage Bockschatzhof, die über die Duisburger Straße zu erreichen ist. Wer mit dem Auto kommt, kann sein Gefährt auf dem Parkplatz am Sportbad Aquawede abstellen. Von dort sind es nach links etwa 500 Meter Fußweg bis zur Wanderstrecke, die einmal rund um die Teichanlage führt. An unserem Startpunkt steht ein Insektenhotel. Es ist eine künstlich geschaffene Überwinterungshilfe für Tierchen wie Marienkäfer, Wildbienen oder Wespen. Etwa 400 Schritte den Wanderweg entlang wird der Blick auf die Teiche frei. Dort sind gerade im Frühling und Sommer zwitschernde Vögel und sogar Schwäne zu beobachten. Jetzt im Herbst ist an tierischen Lebewesen nicht viel zu sehen. Dafür sitzen auf einer Bank zwei Fahrradfahrer, ihre Räder neben sich abgestellt. "Einen Teil der Wanderstrecke läuft die Fahrradroute Teuto-Senne entlang", erklärt Olaf Strothmann. 160 Kilometer ist dieser Bahn-Rad-Weg lang, führt von Osnabrück nach Paderborn und trifft etwa auf der Hälfte dieser Strecke auf den Bockschatzhof. Auch Strothmann ist den Radweg schon gefahren und war von Start bis Ziel gut drei Tage unterwegs. Die Fahrradfahrer haben ihre Rast beendet und schwingen sich wieder auf ihre Räder, während wir weiter an der Strecke am Teich entlang gehen und an eine Gabelung kommen, die links unter einer Bahnbrücke herführt. "Wer diesen Weg weiter geht, kann sogar bis Gütersloh-Avenwedde kommen", sagt Strothmann. Wir gehen geradeaus in den Wald hinein. Der Mischwald wird bewirtschaftet. Hier stehen viele Buchen, der Weg wird streckenweise von Kiefern und Fichten gesäumt und führt schließlich zurück zum Wasser. Die Wanderrouten A 1 und A 2 sind nicht lang, mit 3,1 und 5,9 Kilometern sind die Wege in einer Stunde gut abzulaufen. "Wer möchte, kann die Wege aber mehrmals gehen oder eben erweitern", sagt Strothmann. Groß geworden ist der gebürtige Bielefelder in der Windflöte in Senne. Auch heute wohnt er im Stadtbezirk Senne. Und wieso ist er dann Naturschutzwächter in Brackwede-Ost? "Senne grenzt ja an Brackwede", antwortet er. Mit dem Fahrrad fährt er zudem bei fast allen Wetterlagen zum Brackweder Bahnhof. Von dort geht's dann zu den Stadtwerken, wo er seit 1998 arbeitet, heute als Vertriebsleiter. "Von der freien Naturwächterstelle habe ich in der NW gelesen", sagt er. "Da dachte ich mir: Ich bin ja sowieso viel und gerne in der Natur. Dadurch schlage ich doch zwei Fliegen mit einer Klappe." Seit dem 1. Juli hat Strothmann den Ausweis als Naturschutzwächter und ist damit für fünf Jahre Hüter der Umwelt in Brackwede-Ost. "Bisher ist in der Natur alles gut", berichtet er. Nur ab und zu musste er den Ansprechpartnern der Stadt bisher mitteilen, wenn sich zum Beispiel Müll an Wegesstrecken häuft. Während unserer Wanderung am Wasser und durchs Grüne war aber die Natur sauber.

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