Reaktionswand: Nicolas testet seine Hand-Auge-Koordination bei Claudia Spangenberg (l.). „Die PC-Spieler sind hier deutlich im Vorteil“, kann sie berichten. - © Susanne Lahr
Reaktionswand: Nicolas testet seine Hand-Auge-Koordination bei Claudia Spangenberg (l.). „Die PC-Spieler sind hier deutlich im Vorteil“, kann sie berichten. | © Susanne Lahr

Brackwede Großer Gesundheitstag am Rempel-Berufskolleg

Schüler lernen im Parcours viel über Bewegung, Ernährung, Entspannung, damit sie auch im Berufsleben gesund und fit bleiben

Susanne Lahr

Sie stehen am Anfang eines langen Arbeitslebens. Gesund zu bleiben, spielt daher eine wesentliche Rolle für die Schülerinnen und Schüler des Rudolf-Rempel-Berufskollegs. Bei einem groß angelegten Gesundheitstag mit vielen Stationen sollten die jungen Erwachsenen sensibilisiert werden. Die Themen „Bewegung“, „Entspannung“, Ernährung“ standen im Vordergrund. Aber auch Drogen und Süchte spielten mit hinein. Luis schwingt sich auf das orange-farbene Spezialfahrrad. Er tritt mächtig in die Pedale – ohne von der Stelle zu kommen. Dafür wird er mit einem Smoothie belohnt. Denn Luis’ Kräfte werden auf einen Mixer übertragen, in den er zuvor kleingeschnittenes Obst getan hat. Yvonne Afflerbach verdünnt am Stand der Fair-Trade-Gruppe des Berufskollegs, die heimisches Obst vorrätig hat, noch mit ein bisschen Kirschsaft – fertig! Afflerbach ist vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung aus Dortmund gekommen und hat das Rad mitgebracht. Es ist nicht nur Spaßgerät, sondern erfüllt in Ecuador, wo es entwickelt worden ist, einen besonderen Zweck. Statt des Mixers, berichtet sie, gibt es eine Trommel, in der Mais zu Mehl kleingemahlen wird.Bei 1,3 Promille sieht man doppelt Nebenan im Raum sind die Krankenkassen zu Gast. Beim Gesundheitsparcours werden Lungenfunktion, Hörfähigkeit, Handkraft- und Körperfett messen. Serhan Ilhan (AOK) hat Rauschbrillen mitgebracht. Damit ausgestattet, sollen die Schüler Bälle werfen. Bei 0,8 Promille habe alle irgendwie einen Linksdrall, bei 1,3 Promille taucht der Korb plötzlich doppelt auf. Viele grüne Bälle fliegen in der Folge vorbei. Um die Hand-Auge-Koordination geht es bei Claudia Spangenberg von Fun-Promotion. Sie hat eine Reaktionswand mitgebracht, an der wechselweise blaue und grüne Punkte aufleuchten. 100-mal kommt Blau, der Schnellste schafft es, sie in 34,1 Sekunden alle zu berühren.Glücksspiel ist ein großes Problem Auch die Drogenberatung Bielefeld und die Beratungsstelle für Glücksspielabhängige der Diakonie in Herford sind zu Gast. In Gesprächsrunden geht es um legale und illegale Drogen, um den Suchtverlauf bei Abhängigkeit, es gibt ein Alkohol-Quiz. Horst Brönstrup macht den Schülern bei kleinen Glücksspielen deutlich, dass diese auf lange Sicht immer so angelegt sind, dass die Spieler verlieren. Das gelte auch für Sportwetten. Berufskolleg-Sozialarbeiterin Susanne Tehrani bestätigt, dass Glücksspiel und Handykosten ein Problem seien. „Es ist tragisch, wenn ein Azubi vor mir sitzt, der 400 Euro verdient und hoch verschuldet ist.“ Auch diese Fallen thematisiert der Gesundheitstag, an dem 250 Berufskollegiaten teilgenommen haben.

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