Die Musiker von Flügelsang spielen vor der Mühle auf. Zuvor lassen sie sich jedoch nicht die Gelegenheit nehmen, die Wassermühle genauer zu erkunden. - © Muriel Pluschke
Die Musiker von Flügelsang spielen vor der Mühle auf. Zuvor lassen sie sich jedoch nicht die Gelegenheit nehmen, die Wassermühle genauer zu erkunden. | © Muriel Pluschke

Quelle Mühlen als Sehnsuchtsorte

Niemöllers Mühle: „Flügelsang“ und „Dr. Lippenkraft“ begeistern beim Mühlenwochenende neben Platenkuchen und Mühlenbrot

Muriel Pluschke

Brackwede. Der Duft von frisch gebackenem Mühlenbrot und leckerem Platenkuchen lockte die Besucher schon von Weitem zu Niemöllers Mühle. Trotz wechselhaftem Wetter war Bielefelds letzte funktionstüchtige Wassermühle beim Mühlenwochenende wieder gut besucht, wozu auch das abwechslungsreiche musikalische Programm beitrug. So präsentierte „Flügelsang" eine bunte Auswahl an Mühlenliedern, während die Dixieland-Band „Dr. Lippenkraft" mit lockeren, jazzigen Tönen begeisterte. „Mühlen sind heute ein Symbol dafür, sich Zeit zu nehmen für die Dinge, die man mag", fand Daniel Wahren, Gründer des Ensembles „Flügelsang". Die Mühlen würden an das Tempo der alten Zeiten erinnern und seien zugleich mit vielen Märchen, Sagen und mystischen Geschichten wie etwa von Zauberern verbunden, erläuterte Wahren. Außerdem seien zahlreiche Lieder über die Sehnsuchtsorte – „Sie sind mehr als technische Denkmäler" - geschrieben worden. Rund 40 dieser Lieder präsentierten die in historisch angehauchten Kleidern und Hemden gekleideten Musiker von „Flügelsang" am Samstag in drei Sets ihrem Publikum. Neben deutschen Volksliedern waren dabei europäische, amerikanische sowie ein kanadisches Lied zu hören und auch selbst geschriebene Stücke zu Redewendungen und Sprichwörtern wie „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" durften nicht fehlen. „Das Ambiente, das Mühlenbrot und der gute Platenkuchen", schwärmte Renate Hundertmark, die zum bereits wiederholten Male da war, von Niemöllers Mühle. „Es gefällt uns einfach immer wieder gut!". 160 Brote, bestehend aus selbst gemahlenem Roggen und Weizen, drei große Bleche Platenkuchen und circa 20 gespendete Kuchen wie Stachelbeer- oder Erdbeertorten boten die Mitglieder des Vereins Freunde und Förderer der Mühle Niemöller in Quelle ihren Gästen an. „Das Brot ist nach alter Tradition gebacken", erklärte Jürgen Grimme, der mit drei weiteren freiwilligen Helfern bereits am frühen Samstagmorgen im Backhaus stand und ein Sauerteigbrot nach dem anderen gebacken hatte. Der Ofen sei dafür bereits am Freitagnachmittag für rund vier Stunden vorgeheizt worden, sagte Grimme.

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