Lenkungs- und Schulbauberatungsteam: Christian Poetting (v.l.), Thomas Wetzel, Anke Weber, Dezernent Udo Witthaus, Oliver Schöning, Thorsten Schulte, Claudia Hoppe, Barbara Pampe und Monika Melchior. An der Wand die bunten Raum-Cluster. - © Susanne Lahr
Lenkungs- und Schulbauberatungsteam: Christian Poetting (v.l.), Thomas Wetzel, Anke Weber, Dezernent Udo Witthaus, Oliver Schöning, Thorsten Schulte, Claudia Hoppe, Barbara Pampe und Monika Melchior. An der Wand die bunten Raum-Cluster. | © Susanne Lahr

Bielefeld-Brackwede Raumkonzept für inklusive Oberstufe der Gesamtschule Rosenhöhe steht

Ergebnisse der einjährigen Phase Null vorgestellt. Mit Architekturwettbewerb soll die Lösung gesucht werden, die diese Ideen realisiert

Susanne Lahr

Brackwede. Es sieht aus, als hätte jemand gepuzzelt oder mit bunten Bausteinen gespielt. Doch die verschiedenfarbigen Elemente stellen das ausgeklügelte Konzept für die neue, inklusiv ausgerichtete gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule Rosenhöhe dar. Es ist das Ergebnis einer einjährigen Planungsphase, das am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ein sehr ambitioniertes Projekt, mit dem in Bielefeld Neuland betreten wird und das mit Hilfe des 100.000-Euro-Preisgeldes der Montag-Stiftung gestartet werden konnte. Die Gesamtschule wird bereits seit dem Schuljahr 2013/14 jahrgangsweise für das gemeinsame Lernen angepasst. Dafür musste die Oberstufe vor drei Jahren in die Marktschule ausgelagert werden. In der Phase Null ging es jetzt darum, eine moderne Lernlandschaft für die Sekundarstufe II zu entwickeln, die ab 2019 umgesetzt werden soll. Am Konzept arbeitete eine achtköpfige Lenkungsgruppe mit Vertretern der Schule, der Verwaltung und der Montag-Stiftung sowie das Schulberatungsteam – Architektin Anke Weber (Atelier für Raumbildung, Hamburg) und Pädagoge Thomas Wetzel (Institut für Schulkultur, Lüneburg). Schüler und Eltern waren ebenfalls involviert. Es gab mehrere Workshops, eine Exkursion zu vier Schulen in den Niederlanden. Ausgehend von der Fragestellung, wie Unterrichtsprozesse für gemeinsamen Unterricht aussehen sollten und welche Räume dafür notwenig sind, wurde das Konzept entwickelt. Weg von den normalen Klassenzimmern, hin zu neuen Raumtypen – vier teiloffene Cluster für die Fachbereiche mit verschiedenen Lernzonen, die Anke Weber im Detail vorstellte. Zentrale offene Lernbereiche in vier Clustern Dabei schließen sich jeweils an einen zentralen offenen Lernbereich Fach-, Gruppen-, Vorbereitungsräume, individuelle Rückzugs- oder Beratungsräume an. Wichtig sind wechselseitige Sichtbeziehungen, flexible Raumteiler. Insgesamt sind so 3.400 Quadratmeter Nettoraumfläche zusammengekommen. „Wir haben keine Phantasiegrößen entwickelt", betonte Anke Weber, „wir bleiben insgesamt innerhalb des Musterraumprogramms."Schulleiterin Claudia Hoppe unterstrich den Mut von Politik und Verwaltung, ausgetretene Pfade zu verlassen, um eine zukunftsfähige Schule zu planen. Um Schule den gesellschaftlichen Änderungen und Anforderungen anzupassen, bedürfe es zudem „Kooperation und nicht Konkurrenz in der regionalen Bildungslandschaft", sagte Hoppe. Und: „Es braucht keinen Neid." Ein Seitenhieb auf Realschul-Eltern, die im Frühjahr auf die Barrikaden gegangen waren, weil sie sich von der Stadt benachteiligt fühlen, Sekundar- und Gesamtschulen künstlich gefördert sehen. Neue Zweifachhalle soll gebaut werden Umgesetzt werden die Pläne auf dem topographisch schwierigen Gelände östlich des Gesamtschulbaus und nördlich des Berufskollegs. Weichen sollen die alte Einfachturnhalle und die alten Hausmeisterwohnungen, in denen die internationalen Vorschulklassen untergebracht sind. Auch sie sollen ihren Platz auf dem neuen Campus finden, der von der Straße An der Rosenhöhe erschlossen wird. Die Turnhalle soll durch eine Zweifachhalle ersetzt werden. Ein zweistelliger Millionenbetrag könnte erreicht werden, zumal die Sekundarstufe I während der Sanierungsphase in Container ziehen wird.„Bis gebaut werden kann, sind noch einige Etappen zu schaffen", sagte Schuldezernent Udo Witthaus. Er dankte allen Beteiligten für ihr außergewöhnliches Engagement. „Wir haben heute den ersten Meilenstein erreicht. Ich bin fest überzeugt, dass wir, dass Sie auch die weiteren Etappenziele meistern werden."

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