Rund 160 Schülerinnen und Schüler der Brüder-Grimm-Grundschule Sennestadt und der Gesamtschule Rosenhöhe verbringen zwei lustige und kreative Kennenlerntage in Brackwede miteinander – ebenso wie 300 andere Schüler von vier weiteren Schulen. - © privat
Rund 160 Schülerinnen und Schüler der Brüder-Grimm-Grundschule Sennestadt und der Gesamtschule Rosenhöhe verbringen zwei lustige und kreative Kennenlerntage in Brackwede miteinander – ebenso wie 300 andere Schüler von vier weiteren Schulen. | © privat

Sennestadt/Brackwede Ohne Angst in die neue Schule

Harmonischer Übergang: Alle Sennestädter Grundschüler lernen in einem Modellprojekt drei weiterführende Schulen kennen. Spaß mit der „Kurzhosengang“

Susanne Lahr

Sennestadt/Brackwede. Die Grundschulzeit neigt sich dem Ende, die weiterführende Schule ist ausgewählt. Damit für die Mädchen und Jungen der Übergang gelingt und die Vorfreude größer ist als die Angst, ist in Sennestadt als Modellregion ein neues Konzept entwickelt worden. Und dabei spielen eine „Kurzhosengang“ und rund 450 Kinder in diesem Jahr eine ganz entscheidende Rolle. Die Stadt Bielefeld ist seit 2010 Bildungsregion, die darauf aus ist, alle an Bildung beteiligten Akteure zu vernetzen. Nutznießer sollen die Kinder und Jugendlichen sein, deren Lern- und Lebenschancen verbessert werden sollen. In diesem Zusammenhang bildeten sich zunächst Tandems zwischen zwei Sennestädter Grundschulen und den beiden weiterführenden Schulen im Stadtbezirk. Das Ziel: Gemeinsamer Unterricht für die abgehenden Viertklässler und die aktuellen Fünftklässler, um den Übergang zu harmonisieren. Ausgangspunkt war vor zwei Jahren eine „Werkstatt Individualisierung“. Inhalte, Methoden und Techniken wurden ausgetauscht, abgeglichen und in manchen Fällen übernommen. Im Schuljahr 2014/15 gestalteten die Vorreiter, Astrid-Lindgren- und die Hans-Ehrenberg-Schule, erstmals diesen gemeinsamen Unterricht auf Grundlage des Kinderbuches „Die Kurzhosengang“. Dieser gipfelte nach der Vorbereitung in der jeweiligen Schule in einem schülergemischten Projekt- und einen gemeinsamen Präsentationstag. 2015/16 folgte ein Mathemathematik-Projekt nach gleichem Muster. Und in diesem Jahr nun der große Wurf: Alle drei Sennestädter Grundschulen sowie drei weiterführende Schulen haben Tandems gebildet. Nach zwei Vorbereitungstreffen der Pädagoginnen und Pädagogen bekam die Theodor-Heuss-Realschule Besuch von den Astrid-Lindgren-Schülern – und umgekehrt. Die Hans-Christian-Andersen- und die Hans-Ehrenberg-Schule bildeten ein Paar sowie Brüder Grimm und die Gesamtschule Rosenhöhe in Brackwede. Koordiniert wurde das Ganze vom Bildungsbüro Bielefeld. An zwei Tagen haben sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops auf die Spur der „Kurzhosengang“ gesetzt. Vier ganz unterschiedliche Jungs aus Kanada, die individuell schildern, wie ihre Clique entstanden ist. Ein Schneesturm, Eishockey, ein Grizzlybär und Wolf, ein Geisterzug und eine Geburt spielen bei den kreativen Münchhausen-Geschichten eine Rolle. Und so mischten die Schüler Beton, spielten Sanitärhockey, nahmen Radiobeiträge auf, probten das Verhalten im Umgang mit Bären, buken Pancakes und vieles mehr. Am Präsentationstag wurden die Ergebnisse der verschiedenen Workshops allen vorgestellt. Und so ganz nebenbei wurde gemeinsam gelernt, gelacht, getobt und wurden neue Freundschaften geschlossen. „Es wird ja gar nicht schwierig, in der neuen Schule Freunde zu findet“, lautete beispielsweise das Fazit einer Hans-Christian-Andersen-Schülerin, das stellvertretend für viele andere positive Äußerungen aus der Schülerschaft genannt werden konnte. Auch bei den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern war die Begeisterung und das Engagement für dieses Projekt groß. Der Prozess der Zusammenarbeit soll in der Folge vertieft werden.

realisiert durch evolver group