Auf der Baustelle des Wohnprojektes 5 am Lipizzaner-Weg feiern Ulrich Reisberg (v.l.), Zimmermeister Hans-Peter Vorderwisch, der den Richtspruch aufsagt, Sabine Kubitza, Regina Kopp-Herr, Klaus Beck und Norbert Eilers Richtfest. - © Susanne Lahr
Auf der Baustelle des Wohnprojektes 5 am Lipizzaner-Weg feiern Ulrich Reisberg (v.l.), Zimmermeister Hans-Peter Vorderwisch, der den Richtspruch aufsagt, Sabine Kubitza, Regina Kopp-Herr, Klaus Beck und Norbert Eilers Richtfest. | © Susanne Lahr

Bielefeld Richtfest beim Wohnprojekt 5

Die ersten Mieter ziehen im September am Lipizzanerweg in Quelle ein. Selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen in bunter Vielfalt

Susanne Lahr

Bielefeld-Quelle. Vor fünf Jahren, noch ein Traum, in wenigen Wochen ganz reell: Das Wohnprojekt 5 in Quelle ist auf der Zielgeraden. Am Freitagmittag konnte Richtfest am Lipizzanerweg 2-6 gefeiert werden, im September sollen die ersten 22 Wohnungen im Mehrgenerationenprojekt bezogen werden. Darauf stießen rund 70 Beteiligte, Sympathisanten und Gäste an. Auch für die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen (BGW) als Bauträger ist dieses Vorhaben ein besonderes: „Üblicherweise steht erst das Gebäude, dann suchen wir Mieter. Hier war es genau anders herum", betonte Geschäftsführerin Sabine Kubitza. Sie dankte dem Wohnprojekt 5 (das fünfte seiner Art in Bielefeld), dass es seinen Traum vom gemeinschaftlichen Wohnen und Leben mit der BGW gewagt habe. Dank viel Engagement und Liebe zum Detail entstehe ein Ort zum Wohlfühlen auf dem 4.500 Quadratmeter großen Grundstück im Baugebiet Quelle-Alleestraße. Glücksfälle auf Weg zur Realisierung Für die Gemeinschaft der Wohnenden fasste Willi Steinmann die vergangenen Jahre des selbstorganisierten Projektes zusammen. Er sprach von Glücksfällen, die Architekt Klaus Beck, die BGW und das Wohnprojekt 5 zusammengeführt und das Grundstück am Lipizzanerweg beschert hätten.Steinmann verhehlte aber auch nicht, dass es zeitweilig hartes Brot gewesen sei, die „Vision selbstorganisierten, gemeinschaftlichen Wohnens in bunter Vielfalt" Realität werden zu lassen. Der Spagat zwischen gewollter Nachhaltigkeit, ökologischen und sozialen Aspekten sowie der Ökonomie und den Bauvorschriften habe „immer wieder an Schmerzgrenzen geführt". Kompromisse, Abstriche, Kostensteigerungen, die selbst engagierte Weggefährten zum Ausstieg gezwungen hätten. Appell für mehr Förderung Darum warb Willi Steinmann angesichts des demografischen Wandels für mehr „aktive und finanzielle Förderung von Formen zukünftigen, gemeinschaftlichen Wohnens und Zusammenlebens durch Verwaltung, Politik und zivilgesellschaftliche Kräfte". In Bielefeld hätten sich bereits weitere Projekte auf dem Weg gemacht.Weil das Ziel in Sicht ist, hat sich die Planungs GbR des Wohnprojektes 5 um Mitinitiator Ulrich Reisberg aufgelöst. Der Verein Wohnprojekt 5 ist nun Partner der BGW und Vermieter. Den Vorsitz hat Norbert Eilers übernommen.

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