Was auf die Ohren: Witzige und geistreiche Geschichten bietet die Gruppe "Einimethe" beim Hörspielabend des Theaterfestivals im Rathauspavillon, hier v. l. Irene Schmidt, Timo Hepke und Christine Bienemann. - © Sibylle Kemna
Was auf die Ohren: Witzige und geistreiche Geschichten bietet die Gruppe "Einimethe" beim Hörspielabend des Theaterfestivals im Rathauspavillon, hier v. l. Irene Schmidt, Timo Hepke und Christine Bienemann. | © Sibylle Kemna

Brackwede Kurzweiliger Theaterabend im Brackweder Pavillon

Theater im Pavillon: Hörspielabend von "Einimethe" kurzweilig und spannend. Das Festival wird inzwischen gut angenommen

Sibylle Kemna

Brackwede. Erst lief es zögernd an. Doch jetzt ist das Theaterfestival im Rathauspavillon ein Publikumsrenner: Mehr als 300 Besucher kamen bisher zu den Vorstellungen, die eine spannende Mischung aus klassischen und heiteren Stücken boten. Der Hörspielabend Donnerstag sorgte für viel Belustigung. Kichern, giggeln, lachen: Die mehr als 40 Besucher der Vorführung des studentischen Ensembles "Einimethe" sind amüsiert, und ihre Reaktion wird auf Band festgehalten. Schließlich handelt es sich um ein Hörspiel, das allerdings wohl nur im Campusradio "Hertz 87,9" ausgestrahlt wird. Schade. Denn diese Premiere, die auch erst mal nur als einmalige Veranstaltung geplant ist, hat es in sich. Geistreich und witzig spießt Autor Rick Davids zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Ehepaaren oder Eltern und Kindern auf, aufbauend auf ungewöhnlichen Elementen, die den Hörspaß enorm lustig machten. Wie die Abenteuer des Ehepaares in der Wüste, das miteinander darum wetteifert, wer dem anderen öfter das Leben gerettet hat. Er verlangt Punkte für die Rettung der Gattin vor dem Riesensalamander, sie meint, damit wäre sie auch alleine klargekommen. Doch immer ist auch Tiefgang dabei, gehört zum Leben doch die dunkle Seite. Wie in der Geschichte der Leibwächterin der exzentrischen Millionärin, die von einem Geist weggelockt wird, oder beim Dialog der jungen Frau im Streit mit ihrem Mann. Es kristallisiert sich heraus: Sie hat ihn getötet, seine Stimme ist in ihrem Kopf. Der Anruf von Jessica (Irene Schmidt) bei ihrem Vater (Timo Hepke) entwickelt sich auch ganz anders als erwartet: Plötzlich ist da ein anderes Ich (Christine Bienemann) mit in der Leitung, das um Verzeihung bittet, Mitgefühl zeigt. Und zur Zugabe entführen die sechs Studenten die Zuhörer nach Klanghagen, wo Kai mit Hilfe seines Gesangs den Diktator besiegt. Festivalchef Stefan Mießeler hatte die Idee zu diesem Live-Hörspielabend, zum "Theater für die Ohren", Davids hat "aus seiner Ideensammlung" die Texte geschrieben und das Ensemble zusammengestellt. Ein bemerkenswerter Abend, der die junge, freie Theaterszene Bielefelds von einer anderen Seite ins Licht rückt und die Fantasie der Zuhörer fordert. Das Publikum ist gemischt, hier finden sich junge und ältere Kulturinteressierte.

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