Der didaktische Leiter Michael Eichholz (vorne, v. l.), Oberstufensprecherin Vanessa Otterpohl, Schülersprecherin Pirjin Samo und Schulleiterin Claudia Hoppe, sowie Lehrer Jan-Hendrik Becker (hinten links) und Schuldezernent Udo Witthaus zeigen im Modell, wie sie sich die Gesamtschule Rosenhöhe in Zukunft vorstellen. - © Judith Gladow
Der didaktische Leiter Michael Eichholz (vorne, v. l.), Oberstufensprecherin Vanessa Otterpohl, Schülersprecherin Pirjin Samo und Schulleiterin Claudia Hoppe, sowie Lehrer Jan-Hendrik Becker (hinten links) und Schuldezernent Udo Witthaus zeigen im Modell, wie sie sich die Gesamtschule Rosenhöhe in Zukunft vorstellen. | © Judith Gladow

Brackwede Konzept für Gesamtschule Rosenhöhe fertig

Inklusives Lernen: Schüler, Eltern, Lehrer und das Schulamt haben gemeinsam im Modellprojekt erarbeitet, wie Räume zu Lernorten werden. Jetzt sind die Architekten dran

Judith Gladow

Brackwede. Inklusion bedeutet nicht nur die Umstellung von Lehrplänen und Klassengrößen, auch Raumkonzepte werden in einem anderen Licht gesehen. Der Gesamtschule Rosenhöhe steht eine Erweiterung für die Sekundarstufe II sowie ein Umbau mit energetischer Sanierung bevor. Von Anfang an haben sich darum Lehrer, Eltern und Schüler, begleitet durch das Schulamt, Gedanken darüber gemacht, wie sie Lernorte modern gestalten wollen. Nun hat die Gesamtschule ihre Planungsphase abgeschlossen und ein Modell an die ausführenden Architekten, die Planungsgruppe für Architektur, Städtebau und Denkmalpflege (PASD) Hagen, weitergegeben. Derzeit hat die Gesamtschule noch zwei Gesichter: Zum einen finden sich Bereiche, die die Architektur des Gebäudes aus den 60ern noch klar widerspiegeln. Von engen, dunklen Fluren gehen rechts und links zahlreiche Türen in Klassen- und Fachräume ab. Zum anderen wurden bestimmte Teile der Schule bereits umgebaut. Sie sind mit den inklusiven Klassen gewachsen. In diesen „Lernlaboren“ wurde viel experimentiert. „Wir konnten um eine Jahrgangsstufe herum bauen und gucken, was funktioniert“, erklärt Michael Eichholz, didaktischer Leiter. So findet sich im Bereich der siebten und achten Klassen ein sogenannter Cluster. Dort geht ein offener, heller Raum in Klassen und Stillarbeitsbereiche über. Glas sorgt für viel Transparenz. Möbel, die ein wenig wie überdimensionale Bauklötze wirken, können zur Bühne, zum Gesprächskreis oder zur Arbeitsecke arrangiert werden. Schulleiterin Claudia Hoppe betont, dass es bei einem inklusiven Raumkonzept um mehr gehe, als dort gut mit dem Rollstuhl fahren zu können. Gerade in den Förderschwerpunkten der emotionalen und sozialen Entwicklung spiele die Gebäudestruktur mit Ausweich- und Bewegungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. „Man muss dabei Vieles neu denken“, sagt Schuldezernent Udo Witthaus, der den Pilotcharakter des Projekts an der Gesamtschule hervorhebt. Vergangenes Jahr war die Schule mit einem mit 100.000 Euro dotierten Preis der Montag-Stiftung ausgezeichnet worden, der die Planungen unterstützt hat. Der Platz für Spezialräume und Freiflächen vor den Klassenräumen muss natürlich auch irgendwie geschaffen werden. Das soll geschehen, indem beispielsweise die Anzahl der naturwissenschaftlichen Fachräume von derzeit sieben auf dann drei bis vier reduziert wird. Je nach Alter würden sich außerdem auch die Bedarfe der Schüler verändern. „In Klasse 5 bis 6 ist ein anderes Raumkonzept gefragt als bei den Älteren“, sagt Hoppe. „Wir können viel mehr eigenständig leisten, das geht besser offen und im eigenen Tempo“, bestätigt Abiturientin und Oberstufen-Sprecherin Vanessa Otterpohl. Für die Oberstufe, die derzeit in den Räumen der Marktschule unterrichtet wird, sollen die entwickelten Ideen dann in dem auf dem Schulgelände geplanten Neubau verwirklicht werden.

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