Mitmachen: Dazu fordern die Mitglieder der Volxtheaterwerkstatt und des Kunstvereins Bethel die Bewohner des Flüchtlingsheims beim Start zum mobilen Theaterworkshop auf. - © Sibylle Kemna
Mitmachen: Dazu fordern die Mitglieder der Volxtheaterwerkstatt und des Kunstvereins Bethel die Bewohner des Flüchtlingsheims beim Start zum mobilen Theaterworkshop auf. | © Sibylle Kemna

Brackwede Mobiles Theater in Brackwede

Spontane Interaktionen: Stadtspaziergang der anderen Art verbindet Menschen vom Flüchtlingsheim über den Rathauspavillon bis zur Begegnungsstätte

Sibylle Kemna

Brackwede. Interaktion war das Stichwort beim mobilen Theaterworkshop quer durch Brackwede am Sonntagnachmittag. Die Akteure des Bielefelder Kunstvereins und der Theaterwerkstatt Bethel animierten bei ihrer Aktion Menschen zum Mitmachen. Es war zugleich der zehnte und letzte Bielefelder "City Walk". Staunen war auf den Gesichtern der Bewohner des Flüchtlingsheims zu lesen, als die bunte Truppe auf den Hof kam. Die Erklärungen von Daniel Rimmert halfen den noch nicht Deutsch verstehenden Bewohnern auch nicht gerade weiter, aber damit hielt sich der Moderator denn auch nicht lange auf. Wackeln mit den Armen, den Beinen, dem Kopf - das versteht man ohne Sprache und die Flüchtlingskinder waren die ersten, die mitmachten. Sie lachten, zappelten, hüpften, tanzten und suchten sich auch einen Partner oder mehrere, als sie das bei den Mitgliedern der Volxtheaterwerkstatt beobachteten. Dazu half die Musik aus dem Dschungelbuch-Film auf Französisch, die die Menschen sofort lockerer machte: Nun war die Bewegung irgendwie legitimiert. Ein paar Bewohner des Flüchtlingsheims folgten der Gruppe nicht nur in den Mehrzweckraum im Keller, wo Kathrin Meyer die Moderation übernahm und zu Bewegungen anregte, sondern auch entlang der Hauptstraße und in Richtung Rathaus, wo im von Artists Unlimited gepachteten Rathauspavillon bereits Anna Jehle wartete, die Kuratorin des alternativen Ausstellungsraumes. Inzwischen war die Gruppe um weitere Neugierige und spontane Mitmacher gewachsen. Die noch nicht eröffnete Ausstellung von Steven Emmanuel und Peter Hermans wurde zum Schauplatz für Improvisationen und kleinere Szenen. Die entwickelten sich spielerisch und zumeist auf einer nonverbalen Ebene im dynamischen Zusammenspiel. Die letzte Station bildete die Begegnungsstätte Brackwede, in der Rückschau gehalten wurde auf Erlebnisse und Eindrücke.

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