In Tracht und Holzschuhen: Uschi Arning (hinten v. l.), Ingrid Schade, Verena Braasch, Helga Wittenberg, Sabine Hoffmanns, Helma Striel, Christa Freitag, Petra Beiderbeck, Karin Dießtelhorst und Ruth Eickmeier sowie Marianne Kuhhirte (vorne v. l.), Erika Tatenhorst und Marianne Kranzmann sind die letzten Aktiven der Ummelner Gruppe. - © Jana Haver
In Tracht und Holzschuhen: Uschi Arning (hinten v. l.), Ingrid Schade, Verena Braasch, Helga Wittenberg, Sabine Hoffmanns, Helma Striel, Christa Freitag, Petra Beiderbeck, Karin Dießtelhorst und Ruth Eickmeier sowie Marianne Kuhhirte (vorne v. l.), Erika Tatenhorst und Marianne Kranzmann sind die letzten Aktiven der Ummelner Gruppe. | © Jana Haver

Ummeln Die Ummelner Holzschuhtanzgruppe löst sich auf

Fehlender Nachwuchs ist nach mehr als 20 Jahren der Grund

Jana Haver

Ummeln. Zum allerletzten Mal traf sich jetzt die Holzschuhtanzgruppe Ummeln. Nach 21 Jahren und 500 Auftritten löst sich die Tanzgruppe auf. Gründerin Erika Tatenhorst sagte: "Wir haben leider keinen Nachwuchs mehr gefunden." Die Tanzgruppe hatte im Gasthof Göppel damals ihren ersten Auftritt. Dort feierten die Tänzerinnen mehr als 21 Jahre später ihren Abschied. Im September 1994 hatte Erika Tatenhorst die Idee eine Tanzgruppe zu gründen. "Zuerst waren wir nur zur viert, aber im Laufe des Jahres fand ich 20 tanzbegeisterte Damen aus Ummeln", erinnerte sich Tatenhorst. Im August 1995 wurde dann die Ummelner Holzschuhtanzgruppe gegründet. "Unser Grundsatz war: Wir wollten altes Brauchtum erhalten und fördern", erklärte Erika Tatenhorst. Es wurden alte Volks- und Folk-loretänze in Holzschuhen getanzt. Ihre Kleidung haben die Tänzerinnen selbst entworfen und geschneidert. "Wir konnten mit Stolz sagen, dass wir die originale Tracht der Ummelner Holzschuhtanzgruppe tragen", sagte Tatenhorst. Nach einigen Auftritten bei Gröppel kamen immer mehr Anfragen, und die Gruppe wurde auch über die Grenzen von Bielefeld bekannt. "Wir tanzten auf Familienfeiern, Jubiläen oder Volkstanztreffen", schilderte die Vorsitzende. Auch bei Dorfgemeinschaftsaktionen und -festen waren die Tänzerinnen dabei. "Ich finde, es gehört dazu, die eigene Gemeinschaft zu beleben", meinte Erika Tatenhorst. Im Alter von 58 Jahren hatte sie die Gruppe gegründet und blickt melancholisch zurück. "Ich hatte gehofft, dass neue Tänzerinnen nachkommen", sagte Tatenhorst. "So hatte ich mir das damals nicht vorgestellt." Einige der Gründungsmitglieder waren bis zum Ende dabei. Die jüngste Tänzerin ist 39 und die älteste 84 Jahre alt. "Uns verbindet ein festes freundschaftliches Band", sagte Tatenhorst. Einmal die Woche wurde gemeinsam trainiert, dazu kamen die Auftritte. "Obwohl wir vom Tanzen Abschied nehmen müssen, wird der Kontakt nicht abrechen." Sie wollen zusammen Handarbeiten machen, gemeinsam Wandern und ab und zu essen gehen. Ihre Trachten werden die Tänzerinnen dem Heimathaus Brackwede zur Verfügung stellen.

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