Die Feuerwehr musste das Gebäude nur noch lüften. - © Christian Mathiesen
Die Feuerwehr musste das Gebäude nur noch lüften. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Frustrierte Iraker entzünden Feuer in Böllhoff-Flüchtlingsunterkunft

Sicherheitsdienst kann Feuer schnell löschen. Ausreisewillige verzweifeln an der Bürokratie. Polizei nimmt Brandstifter vorläufig fest

Jens Reichenbach

Bielefeld-Brackwede. Zwei frustrierte Iraker haben in der Nacht zu Samstag Feuer in der Böllhoff-Halle gelegt. Angesichts der großen Zahl an Menschen, die in einer Notunterkunft auf engem Raum leben, ist das äußerst gefährlich. Aber ASB-Geschäftsführer Ingo Schlotterbeck konnte noch am Abend Entwarnung geben: Der Sicherheitsdienst in der Halle konnte das Feuer in der Bielefelder Landesunterkunft für Flüchtlinge selbst löschen. Die durch Brandmeldeanlagen sofort alarmierte Feuerwehr wurde nur noch zum Lüften der ehemaligen Industriehalle benötigt. Kurz vor 22 Uhr hatten laut Schlotterbeck die zwei Iraker, die derzeit ausreisen wollen, aber durch für sie unverständliche bürokratische Hürden noch daran gehindert werden, das Feuer gelegt. Schlotterbeck sprach von einer Frustreaktion. Die ebenfalls alarmierte Polizei hat die beiden Brandstifter abgeführt und vorläufig festgenommen. Etwa 80 der 110 Bewohner der Böllhoff-Unterkunft wurden daraufhin relativ unkompliziert in die derzeit nicht genutzte zweite Böllhoff-Halle gebracht. Die Betreiber des Arbeiter-Samariter-Bundes konnten dort in dem ehemals als Kantine genutzen Vorraum relativ einfach einen Wartebereich einrichten, sagte der ASB-Chef. Nach Abschluss der Lüftungsmaßnahmen können alle Bewohner wieder zurück in die sogenannte Halle II. Aktuell wird die im September 2015 als erstes bezogene Böllhoff-Halle im hinteren Bereich des Geländes nicht als Unterkunft genutzt. Die erst einige Wochen später frei gewordene und dann etwas aufwendiger eingerichtete zweite Böllhoff-Halle direkt an der Duisburger Straße ist seitdem die primär genutze Landesunterkunft, die beide vom ASB betrieben werden. Über die Weihnachtsfeiertage waren zuletzt beide Hallen in Betrieb, da die Stadt vorübergehend Kapazitäten für zugewiesene Flüchtlinge benötigt hatte.

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