In einem gepanzerten Wagen suchte das SEK am Morgen die Gegend nach dem Täter ab. - © Christian Mathiesen
In einem gepanzerten Wagen suchte das SEK am Morgen die Gegend nach dem Täter ab. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Mann schießt auf Nebenbuhler und erhängt sich

Beziehungstat: 51-jähriger Mann verletzt. Eine Mordkommission ermittelt

Jürgen Mahncke

Bielefeld-Brackwede. Ein 44-jähriger Mann soll am frühen Sonntagmorgen den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin angeschossen haben. Nach der Tat flüchtete er und wurde wenig später tot in einer Lagerhalle nahe des Tatorts gefunden. Eine neunköpfige Mordkommission "Dortmund" unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Markus Mertens hat die Arbeit aufgenommen. Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann ließ am Montag bestätigen, dass der Mann sich selbst erhängt hat. Sein Leichnam soll am Dienstag obduziert werden. Gegen 5.40 Uhr am Sonntag erhielt die Polizei einen Notruf aus der Dortmunder Straße. Eine Frau berichtete, ihren derzeitigen Lebensgefährten mit einer Schussverletzung im Haus aufgefunden zu haben. Nach Polizeiangaben hatte sie kurz zuvor auf der Straße ihren Ex-Freund getroffen, der sich dann in unbekannte Richtung entfernte habe. Der verletzte 51-jährige Lebenspartner gab an, dass der Mann mit einer Langwaffe auf ihn geschossen habe und dann geflüchtet sei. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) machte sich sofort auf den Weg nach Brackwede. Es war nicht auszuschließen, dass der Täter immer noch bewaffnet war und weiteren Menschen gefährlich werden könne. Im Rahmen der Fahndung wurde das Wohnhaus des Tatverdächtigen, das sich wie der Tatort ebenso in der Dortmunder Straße befindet, von Einsatzkräften umstellt und schließlich gestürmt. Nach Sprengung der Wohnungstür wurde der mutmaßliche Täter aber nicht angetroffen. Da der 44-Jährige bei einer Kanalreinigungsfirma in Brackwede arbeitet und deren Lagerhalle nur wenige Meter entfernt ist, durchsuchten Beamte auch dieses Gebäude und trafen hier auf den toten Mann. Er hatte sich hier durch Erhängen selbst das Leben genommen. Anwohner in der Dortmunder Straße waren auch Stunden nach dem furchtbaren Geschehen immer noch geschockt. Aufgeweckt wurden sie durch die vielen Einsatzkräfte am frühen Sonntagmorgen. Das Geschehen können sie immer noch nicht fassen. Ein Kollege des Toten, ebenso bei der Kanalreinigungsfirma beschäftigt, ist erschüttert. Noch am Freitagabend habe man gemeinsam das Feierabendbier genossen. Der 44-Jährige sei ein ruhiger, immer hilfsbereiter Mensch gewesen, der aber vermutlich die endgültige Trennung von seiner Freundin, die als Postbotin tätig ist, nicht habe verkraften können. Über den schwer verletzten 51-jährigen Lebensgefährten wissen die Anwohner nur wenig. Dem Vermieter, der im Nebenhaus lebt und die Wohnung an die Postbotin vermietet hat, ist er völlig unbekannt. Nach Informationen der Neuen Westfälischen soll sich das Paar schon seit drei Jahren kennen und für dieses Jahr Hochzeitspläne geschmiedet haben Gegen 11.45 Uhr rückten die letzten Einsatzkräfte der Polizei und die Spurensicherung aus der Dortmunder Straße ab.

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