Brackwede In der Stadt wird vor Giftködern gewarnt - doch es gibt keine Vorfälle

Veterinäramt, Polizei oder Tierärzte haben keine vergifteten Tiere registriert

Sibylle Kemna

Brackwede/Sennestadt/Senne. Auf Zetteln und Aushängen wird derzeit vermehrt vor Giftködern und mit Rasierklingen gespickten Fleischködern für Hunde vor allem im Bielefelder Süden und in Stieghorst gewarnt. Kreisveterinäramt, Polizei und einige befragte Tierärzte haben nach Recherchen der NW jedoch keine Kenntnis über vergiftete Hunde. Demnach wurden keine verdächtigen Vorfälle registriert. In Quelle hingegen soll es einen Vergiftungsfall gegeben haben, wie aus Privatkreisen zu hören war. „Wir bekommen immer wieder vermeintliche Giftköder von besorgten Bürgern gebracht, aber das sind in der Regel keine“, sagt Amtstierarzt Hans-Helmut Jostmeier vom Veterinäramt der Stadt Bielefeld auf Anfrage. Nur einmal in den vergangenen Jahren sei dem Amt wirklich ein Giftköder vorgelegt worden, der in Bitterschokolade versteckt gewesen war. Der Polizei liegen ebenfalls keine Anzeigen oder aktuelle Erkenntnisse über vergiftete Köder vor. Dr. Sabrina Stritzel aus der Tierarztpraxis Hettling in Brackwede kennt die Plakate, mit denen Hundebesitzer in Senne, in der Nähe des Realmarktes in Brackwede, an Niemöllers Mühle und in der Nähe der Förderschule Kupferhammer gewarnt werden. „Aufgrund dieser Aushänge sind viele Leute besorgt und kommen zu uns mit Verdacht auf einen gefressenen Köder, wenn ihr Hund Beschwerden hat“, berichtet sie. Doch in letzter Zeit seien keine Hunde Opfer von solchen Giftködern geworden, auch nicht von Rattengift, das versehentlich für Hunde zugänglich ausgelegt wurde. „Immer wieder bringen Menschen etwas mit, was ihnen verdächtig erscheint, doch war nichts Gefährliches darunter.“ Der Hund einer Quellerin, die nahe Niemöllers Mühle wohnt, soll hingegen nach Informationen der NW wegen Vergiftung behandelt worden und nur knapp mit dem Leben davongekommen sein.

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