Erfolgreiche Aktion: In dieses Planschbecken haben Pfarrer Berthold Schneider (v. l.), Volker Gravemeier, Karin Siebert, Alfred Hellmann (Rotary Bielefeld-Süd), Tim Klusmann (Bad Pyrmonter) und Bernd Onckels etwa 80 Kilo Plastikdeckel eingefüllt. Jedes Kilo ermöglicht eine Impfung gegen Kinderlähmung. - © Susanne Lahr
Erfolgreiche Aktion: In dieses Planschbecken haben Pfarrer Berthold Schneider (v. l.), Volker Gravemeier, Karin Siebert, Alfred Hellmann (Rotary Bielefeld-Süd), Tim Klusmann (Bad Pyrmonter) und Bernd Onckels etwa 80 Kilo Plastikdeckel eingefüllt. Jedes Kilo ermöglicht eine Impfung gegen Kinderlähmung. | © Susanne Lahr

Brackwede Rotarier-Aktion gegen Kinderlähmung

Kampf gegen Kinderlähmung: Aktion der Rotarier findet in Bielefeld immer mehr Unterstützer. Bisher reicht es für rund 480 Impfungen. Heute Weltpoliotag

Susanne Lahr

Brackwede. Ein blau-weißes Planschbecken auf dem Kirchplatz erstaunt gestern Mittag so manchen Passanten. Zwar scheint die Herbstsonne von einem strahlend-blauen Himmel, aber für ein Bad wäre es doch zu kalt. Das Becken ist jedoch für viele tausend bunte Plastikdeckel gedacht. Deckel, die einige Hundert Leben retten werden. Seit Ende der Sommerferien werden vor allem im Bielefelder Süden - aber auch darüber hinaus - fleißig Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen oder Tetra-Packs gesammelt. Deren Verkaufserlös kommt der Kampagne "End Polio Now" zugute. Gemeinsames Ziel von Rotary International und des amerikanischen Unternehmer-Ehepaares Bill und Melinda Gates (Microsoft) ist die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung. In der Leineweberstadt organisiert der Rotary-Club Bielefeld-Süd die Aktion. "Unsere erste Lieferung an den Osnabrücker Recycler reicht für 200 Impfungen", erzählt Alfred Hellmann, der die Organisation übernommen hat. 500 Deckel wiegen etwa ein Kilogramm und der Erlös eines Kilos reicht für eine Impfung. Die Menge im symbolisch befüllten Planschbecken wird weitere 80 Impfungen ermöglichen. Aufgestockt wird das Ganze noch vom heimischen Getränkehersteller Bad Pyrmonter um weitere 150 Kilogramm Polyethylen-Deckel. Gebietsverkaufsleiter Tim Klusmann hatte über private Kontakte von der Aktion des Rotary-Clubs Bielefeld-Süd gehört, an dem sich gleich zu Beginn der Diakonieverband und der Verband der Evangelischen Kirchengemeinden Brackwede mit seinen 13 Tagesstätten sowie den Altenheimen beteiligt hat. Weitere Unterstützung angedacht. Die Aktion, die bundesweit unter dem Titel "Deckel drauf" immer bekannter wird, soll nämlich noch weitergehen. "Wer mithelfen möchte", sagt Alfred Hellmann, "kann sich direkt an mich wenden." Seine Telefonnummer lautet: 0171 7 27 03 46. Er organisiert, dass gesammelte Deckel nach Halle gebracht werden. Dort hat ein Bauunternehmer eine Halle zur Verfügung gestellt, in der die Deckel zunächst einmal gesammelt werden. Hellmann: "Sobald wir eine Lkw-Ladung voll haben, bringt der Bauunternehmer unsere Deckel nach Osnabrück." Mittlerweile beteiligen sich auch schon Restaurants, Arztpraxen und viele Privatleute an dieser Sammelaktion, die so einfach Leben rettet. Denn die leeren Flaschen dürfen selbstverständlich im Getränkemarkt oder an den Rücknahmeautomaten für Einwegflaschen ohne Deckel abgeliefert werden. "Das hat zu einer richtigen Sammelwut geführt", sagt Pfarrer Berthold Schneider und lacht.

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