Umbau des dritten Stocks: Schulraumentwickler Andreas Hammon und Schulleiterin Claudia Hoppe, zeigen das Modell, das Hammons Innsbrucker Studenten nach Brackweder Wünschen entwickelten. - © Foto: Sibylle Kemna
Umbau des dritten Stocks: Schulraumentwickler Andreas Hammon und Schulleiterin Claudia Hoppe, zeigen das Modell, das Hammons Innsbrucker Studenten nach Brackweder Wünschen entwickelten. | © Foto: Sibylle Kemna

Brackwede Rosenhöhe-Schüler erarbeiten Lösungen mit Schweizer Schulraumentwickler

Inklusive Raumplanung

Sibylle Kemna

Brackwede. Die Inklusion erfordert nicht nur andere Lernbedingungen, sondern auch neue Raumlösungen. Einen ungewöhnlichen Weg für diese Raumplanung wählte jetzt die Gesamtschule Rosenhöhe. Sie hat den Schweizer Schulraumentwickler Andreas Hammon eingeladen, um die Vorstellungen von Schülern und Lehrern einzubinden. Gestern präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse, die zum Teil sehr konkret und "begreifbar" waren. Die Schüler hatten nämlich multifunktionale Möbel selbst hergestellt, die wahlweise genutzt werden können für Erholung oder Lernen, Einzel- oder Gruppennutzung. Für die Workshops mit Hammon, die vom Förderverein finanziert wurden, haben sie zwei freie Tage geopfert. Sie hatten, wie man an den Fotos, die den Prozess dokumentierten, sieht, sichtlich Spaß daran und haben außerdem gelernt, dass man Mathematik benötigt, um den Bau eines Möbelstücks zu planen, wie Lehrer Thomas Graf betonte. Wie der bislang triste Flur aussehen soll, dazu haben die Kinder viele kreative Ideen nicht nur im Modell entwickelt, sondern in der Werkstatt auch gleich in konkrete Möbel umgesetzt, die an den Wänden befestigt werden sollen. Im Rampenlicht der Aula präsentierten die Schüler ihr selbst gebautes Mobiliar bei musikalischer Untermalung. Sehr pfiffiges wie die "Bohne" oder die Sitzecke mit geometrischen Kreisen, die viele Sitz- oder Liegepositionen ermöglichen. Genial die Dreiecke mit Verlängerung, die sowohl als Tisch, als auch als Stuhl und Stehpult genutzt werden können. "Ganz tolle Ergebnisse", lobte Schulleiterin Claudia Hoppe. Für den fünften und sechsten Jahrgang, der bereits Schüler mit Handicaps aufgenommen hat, gibt es bereits adäquate Räume für die inklusive Pädagogik. Die Herausforderung war, für den siebten Jahrgang, zu dem der sechste im Sommer wird, ebensolche zu schaffen. Im dritten Stock wurden die Planer fündig: Hier sollen neben vier Klassenzimmern für die 112 Schüler unter "Opferung" des bisherigen Computerraumes und Einbeziehung des Flurs ein Besprechungs- und ein Serverraum, ein offener "Zwischenraum", ein weiterer Arbeitsraum, sowie zwischen zwei Klassenzimmern ein Differenzierungsraum und außerdem ein Lehrerzimmer und ein Lehrerruheraum entstehen. "Dass sich eine Schule in Eigeninitiative einen Planer holt, ist wirklich Neuland", meinte Oliver Schöning vom Amt für Schule der Stadt Bielefeld, das die architektonische Planung der Studenten unter Einbeziehung der Wünsche von Lehrern und Schülern umsetzen will. Noch sind die Kosten nicht ermittelt, aber der Umbau wird kommen, wobei man sich auf bauliche Maßnahmen innerhalb der vorhandenen Außenwände beschränken kann. Jedoch muss die Schule jedes Jahr weiter umgebaut werden, weil die inklusiven Jahrgänge immer weiter aufsteigen, wie Hoppe betonte.

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