Dass ein Notarzt-Einsatz für politische Debatten über Hochbahnsteige in Brackwede missbraucht wird, gefällt vielen NW-Lesern nicht, die auf der NW-Homepage deutlich Kritik üben. - © Verwendung weltweit
Dass ein Notarzt-Einsatz für politische Debatten über Hochbahnsteige in Brackwede missbraucht wird, gefällt vielen NW-Lesern nicht, die auf der NW-Homepage deutlich Kritik üben. | © Verwendung weltweit

Brackwede Weitere Kritik am Notfall-Missbrauch der Werbegemeinschaft

NW-Leser meinen, Kaufleute sollen lieber Standort stärken, statt Niederflur-Diskussion weiterzuführen

Susanne Lahr

Brackwede. Einen Notfall dazu zu benutzen, gegen die Hochbahnsteige in Brackwede Stimmung zu machen – dies ist bei NW-Lesern nicht gut angekommen. Wie berichtet, hatte die Brackweder Werbe- und Interessengemeinschaft (WIG) sich nach der Rettung eines Mannes mit Herzstillstand sogar zu der Aussage verstiegen, dass der Patient „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht hätte gerettet werden können, wären Hochbahnsteige vorhanden gewesen. Eine Aussage, die der Leiter des Ärztlichen Rettungsdienstes der Stadt dementiert hatte und der den Rettungsdienst nicht zu solchen Propagandazwecken missbraucht wissen möchte. Auf der Internetseite nw.de wurde dieses Vorgehen der WIG auch durch die Bank kritisiert. „Ein Mensch kämpft um sein Leben, und die Hochbahnsteig-Gegner haben nichts Besseres zu tun, als daraus eine neue Polemik zu machen? Schämen Sie sich, Herr Eggert", schreibt Kommentator „gumman" in Richtung des WIG-Vorsitzenden Karl-Uwe Eggert. Eine Aussage, die von 32 Mitlesern unterstützt (gelikt) wurde. Ähnlich viel Zustimmung erhielt ein Beitrag von „showmeheaven", der die Instrumentalisierung des Notfalls ebenfalls scharf kritisiert. Zudem geht der Schreiber auf das Thema „Niederflur" ein, das die WIG nicht müde wird ins Feld zu führen, obwohl der Stadtrat die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 bereits vor zwei Jahren mit Hochflurtechnik beschlossen hat. „Wie stellen Sie sich das vor? Das ganze Netz umbauen? Unmöglich. Die Kosten würden ins Unermessliche steigen." Niederflur ab Brackwede-Bahnhof würde bedeuten, dass jeder, der aus Brackwede in die Innenstadt wolle, umsteigen müsse. „Showmeheaven" stellt in Frage, ob dies besser für die Brackweder Hauptstraße wäre, „die eh’ an Attraktivität verloren hat". „Brackwede braucht junge Menschen und Ideen" Sein Vorschlag: Die Werbegemeinschaft solle sich lieber darum kümmern, dass in Brackwede wieder ein Vollsortimenter eröffnet. Besser wäre auch, die Hauptstraße autofrei zu machen und nur noch für Busse, Bahnen, Taxen, Anlieger und Rettungsdienst freizugeben. Das Argument der WIG, dass eine autofreie Hauptstraße dazu führe, dass dort niemand mehr einkauft, hält der Kommentator für falsch. „Wenn autofrei ein Synonym für tote Geschäfte wäre, dann gäbe es nirgendwo florierende autofreie Einkaufsstraßen." Aber bei so einer WIG sei der Niedergang der Hauptstraße wohl nicht aufzuhalten. „Brackwede braucht junge Menschen und Ideen", so „showmeheavens" Fazit.

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