Missliche Lage: Von den Markierungen, die Schrägparken einfordern, ist kaum noch etwas zu sehen. So ragen die meisten geparkten Fahrzeuge in den Gehwegbereich hinein. Dieser ist nur an der Änderung des Pflastermusters auszumachen. - © Jana Sievers
Missliche Lage: Von den Markierungen, die Schrägparken einfordern, ist kaum noch etwas zu sehen. So ragen die meisten geparkten Fahrzeuge in den Gehwegbereich hinein. Dieser ist nur an der Änderung des Pflastermusters auszumachen. | © Jana Sievers

Brackwede An der Brackweder Post herrscht erhöhte Knöllchen-Gefahr

Auf den Kundenparkplätzen an der Westfalenstraße ist es kaum möglich, nicht verkehrswidrig zu parken

Jana Sievers

Brackwede. Die Kunden von Post und Postbank an der Hauptstraße sind in Not. Grund zur Sorge ist weder der niedrige Zinssatz noch abhandengekommene Pakete. Vielmehr droht ihnen auf den Kundenparkplätzen an der Westfalenstraße ein Knöllchen. Was länger als ein Smart oder Polo ist, steht mit dem Heck auf dem Gehweg. Bleibt dies nicht unbeobachtet, darf der Kunde mit einem Bußgeld von 25 bis 30 Euro rechnen. Einer Brackwederin ist dies passiert, als sie ihren Skoda dort abgestellt hatte, woraufhin sie sich beim Ordnungsamt beschwerte. Nach wochenlangem Hin und Her erhöhte das Amt sogar den zu zahlenden Betrag. „Ich habe das jetzt meinem Anwalt überlassen“, berichtete sie der NW. An der Westfalenstraße sollen die Autos an der Post schräg aufgestellt werden. Leider sind auf dem Pflaster kaum noch weißen Trennlinien zu sehen, was die Orientierung erschwert. Stehen nur zwei Fahrzeuge in Längsaufstellung, hat der nächste Ankömmling keine Chance mehr, sich an die Vorschrift zu halten. Selbst wenn das Auto bis direkt vor die Hauswand gesetzt wird, ragt bei vielen das Heck bis auf den Bürgersteig. Die privaten Parkplätze haben nichts mit der Stadt zu tun. Die Gehwege jedoch sind sehr wohl Sache der Öffentlichkeit und unterstehen einer Normbreite von mindestens einem Meter. Somit kann das Ordnungsamt Knöllchen verteilen. „Den Gehweg zu verkürzen ist nicht möglich, es gibt nun mal Vorschriften“, schildert Hans-Georg Hellermann, Leiter des Bezirksamtes. „Da muss man sich leider an die eigene Nase packen und woanders parken, wenn der Wagen zu groß ist.“ Für die Markierung der Parkplätze ist laut Hellermann der Besitzer zuständig. „Die Stellflächen vor unserer Filiale in Brackwede hat der Vermieter der Postbank angemietet und für die Nutzung als Parkplatz hergerichtet“, berichtet Iris Laduch-Reichelt, Pressesprecherin der Postbank-Zentrale in Bonn, auf Anfrage der NW. Beschwerden über zu kurze Stellplätze seien nicht bekannt. Die Postbank wird laut Laduch-Reichelt nun an den Vermieter herantreten und mit ihm über die Ausrichtung und Markierung der Stellplätze Rücksprache halten. So lange bleibt das Problem bestehen, dass größere Fahrzeuge notfalls woanders parken müssen.

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