Vollzeit-Trauzeuge in Aktion: Phil (Michael Guckuck, v. l.) verlässt sich auf seinen Freund George (Guido Schütte). Er soll verhindern, dass Phils Frau Maggie (Susanne Lahr), seine neue Geliebte Julie (Marion Hagemeyer) und seine nicht mehr ganz so neue Flamme Greta (Angelika Singwald, r.) erkennen, wer sie wirklich sind. - © Judith Gladow
Vollzeit-Trauzeuge in Aktion: Phil (Michael Guckuck, v. l.) verlässt sich auf seinen Freund George (Guido Schütte). Er soll verhindern, dass Phils Frau Maggie (Susanne Lahr), seine neue Geliebte Julie (Marion Hagemeyer) und seine nicht mehr ganz so neue Flamme Greta (Angelika Singwald, r.) erkennen, wer sie wirklich sind. | © Judith Gladow

Brackwede Amüsantes Verwirrspiel des Theaters Brackwede

Bei der Premiere von „In der Klemme“ erfreuen sich 140 Zuschauer an der witzigen Boulevardkomödie

Judith Gladow

Brackwede. Phil steckt ganz schön „In der Klemme“: Seine Frau hat seine Geliebte zum Abendessen eingeladen, ohne zu wissen, dass deren Freund ihr eigener Mann ist. Das ist der Ausgangspunkt für das irre komische Stück, mit dem sich das Theater Brackwede nach einem Jahr Pause zurückmeldet. Zur Premiere an neuer Spielstätte, der Aula des Brackweder Gymnasiums, kamen rund 140 Besucher. Die neuen Herausforderungen, die sich nach dem Auszug aus dem Gustav-Münter-Haus gestellt haben, hat das Theaterensemble der Bartholomäusgemeinde intelligent gelöst. Das Bühnenbild etwa ist schnell auf- und abzubauen, da es in der Schulaula nicht stehen bleiben kann. Dennoch begrenzt es die große Bühne geschickt und bildet mit einfachen Elementen das Wohnzimmer ab, in dem sich Schwerenöter Phil (Michael Guckuck) immer weiter in seinen eigenen Lügen verstrickt. Zudem hat das Bezirksamt geholfen, mit dem das Theater erstmals kooperiert. Hoffnungslose Rettungsversuche Normalerweise wälzt Phil alle unangenehmen Nebeneffekte seiner zahlreichen Liebschaften auf seinen besten Freund George ab. Guido Schütte spielt den Vollzeit-Trauzeugen mit Whisky-Entlohnung so wundervoll zynisch, dass fast jeder seiner sarkastischen Kommentare oder hoffnungslosen Rettungsversuche für lautes Lachen sorgt. Dieses Mal soll er Phils Ehefrau Maggie (Susanne Lahr) beibringen, dass sich Phil von ihr scheiden lassen will. Erst einmal will der frisch Verliebte jedoch mit seiner neuen Flamme Julie (Marion Hagemeyer) direkt nebenan einziehen. Einen Antrag hat er ihr schon gemacht. Von Maggie erwartet er natürlich Verständnis. „Warum soll Maggie denn aufhören, mich zu lieben, nur weil ich eine andere heirate“, fragt Phil. Doch bevor die beiden Freunde große Vertuschungsaktionen planen können, hat die ahnungslose Maggie die neue Nachbarin kennengelernt und sie und ihren Freund kurzerhand zum Abendessen eingeladen. Das alleine wäre schon genug Stoff für eine amüsante Verwechslungskomödie, in der Julie George für Maggies Ehemann hält und Maggie glaubt, Julies Freund sei noch nicht da. Eine immer zweideutige Haushälterin Doch es kommt noch dicker. Ein Feuerwehrmann (Frank Raabe), der sich als Julies Vater entpuppt, gesellt sich genauso zur Abendgesellschaft wie Greta (Angelika Singwald), eine weitere Flamme von Phil, die von Maggie für Georges Geliebte gehalten wird, und Alan (Matthias Schwarze), der ein Auge auf Greta geworfen hat, aber auch Maggie nicht unbekannt ist. Und dann ist da noch die Haushaltshilfe Mrs. Puffett (Andrea Raabe), bei der sich einfach alles irgendwie zweideutig anhört. Am Ende weiß eigentlich keiner mehr so recht, wo ihm der Kopf steht, die hochgradig amüsierten Zuschauer inbegriffen.

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