Musikalische Lesung: Heike Rommel und Thomas Schweitzer wechselten sich ab. Nach jedem gelesenen Abschnitt der Autorin spielte der Jazzsaxophonist kleine Improvisationen und Passagen, die die Gedanken der Zuhörer abschweifen ließen. - © Sibylle Kemna
Musikalische Lesung: Heike Rommel und Thomas Schweitzer wechselten sich ab. Nach jedem gelesenen Abschnitt der Autorin spielte der Jazzsaxophonist kleine Improvisationen und Passagen, die die Gedanken der Zuhörer abschweifen ließen. | © Sibylle Kemna

Bielefeld Mord im Bunker Ulmenwall - so spannend ist der neue Krimi von Heike Rommel

Sie hat ihn gemeinsam mit dem Saxophonisten Thomas Schweitzer in der Brackweder Buchhandlung Klack vorgestellt

Sibylle Kemna

Bielefeld. Mord an einer Sängerin im Bunker Ulmenwall – dieser Plot ist der Aufhänger für den dritten Bielefeld-Krimi der Diplom-Psychologin Heike Rommel, den sie am Freitag bei „Klack" vorstellte. Die Zuhörer in der proppevollen Buchhandlung tauchten ein in das Umfeld der Sängerin, der ermittelnden Kommissare und des Täters und ließen zu den Klängen von Jazzsaxophonist Thomas Schweitzer die Gedanken schweifen. Mit viel Einfühlungsvermögen und detaillierten Beschreibungen der Personen und Szenen beleuchtet „Zwischen Schatten und Licht" die Hintergründe des Mordes. Rommel hat schon nach wenigen Worten die volle Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer, die sie mitnimmt auf eine Reise in die Welt des Musikbusiness. „Der Bunker Ulmenwall ist für mich ein besonderer und sehr lebendiger Ort der kulturellen Begenung", erklärt die im Sauerland aufgewachsene Autorin, die 1980 nach Bielefeld kam, um hier Psychologie zu studieren. Sie wurde vergiftet Die Jazz-Sängerin Marleen Seismo kehrt in ihre Heimatstadt Bielefeld zurück für einen Auftritt im Bunker Ulmenwall, doch nach der Pause stirbt sie auf der Bühne. Schnell wird klar, dass sie vergiftet wurde. Die Zuhörer hören die Beschreibung des Abends aus dem Blickwinkel der Besucher Stefan und Kai. Der eine ist der Ex-Freund, der andere der behinderte Bruder von Kommissarin Nina Tschöke. „In diesem Buch steht Nina im Vordergrund der Ermittlungen im Team von Kommissar Domeyer", berichtet die Autorin. Zusammen mit Nina verfolgen die Zuhörer etliche Spuren, die Sängerin wollte sich offenbar beruflich und persönlich von ihrem Mann, Bandleader Seismo trennen, es gab Neider im Umfeld der Toten und einen Stalker... Rommel baut Spannung auf, der Leser und die Zuhörer in der Buchhandlung wissen, wie die Protagonisten in dem Buch nicht, was passieren wird. Ist da jemand, der Kai durch den botanischen Garten verfolgt? Ist Gift in der Philadelphia-Torte, die Musiklehrer Sebastian Siekmann vor seiner Wohnungstür findet? Die Autorin lässt die Zuhörer mitfiebern. Der bildhafte Schreibstil sorgt dafür, dass sie die Personen und Szenen bildlich vor Augen haben, zumal viele Zuhörer die Orte kennen und so bestens das „Kopfkino" anstellen können. Autogramm von Marleen Besonders berührend sind die Szenen mit Ninas Bruder Kai, der das Down Syndrom hat. Man merkt, dass Rommel in diesem Bereich viele Einblicke hat, sie stellt authentisch dar, wie mühsam Kommissarin morgens ihren Bruder zum Aufstehen bewegt. Eben jener Bruder ergattert beim Konzert ein Autogramm der Sängerin Marleen, weil er keine Scheu hat, sie anzusprechen. Rommel stellt Kai in seiner Vielschichtigkeit da, abseits vom Klischee des depperten „Mongloiden".

realisiert durch evolver group