Ortstermin: Volker und Heiner Bessmann (v.l.) sowie Sabine Kubitza, Geschäftsführerin der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen, erläutern, wie es mit Kulbrocks Hof in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren weitergeht, welche Pläne sie haben. - © Susanne Lahr
Ortstermin: Volker und Heiner Bessmann (v.l.) sowie Sabine Kubitza, Geschäftsführerin der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen, erläutern, wie es mit Kulbrocks Hof in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren weitergeht, welche Pläne sie haben. | © Susanne Lahr

Bielefeld Der Abbau von Kulbrocks Hof in Brackwede beginnt

235 Jahre altes Bauernhaus wird in Marienfeld im Modezentrum Bessmann wieder aufgebaut

Susanne Lahr

Brackwede. Hof Kulbrock wird ab Ende Februar fachgerecht zurückgebaut. Heiner und Volker Bessmann haben ein Harsewinkler Fachunternehmen beauftragt, das für die Bekleidungsunternehmer bereits mehrfach im Einsatz war. Das 235 Jahre alte Fachwerkhaus wird voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre in ein Neubauvorhaben der Firma Bessmann in Marienfeld integriert. Sabine Kubitza, Geschäftsführerin der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobilien (BGW), der Haus und Grundstück an der von-Möller-Straße 23 a gehören, sowie Heiner und Volker Bessmann stellten gestern Vormittag die weitere Vorgehensweise vor. So wird zur Sicherung des Grundstückes und der Baustelle in der kommenden Woche ein Zaun rund um das Gebäude aufgestellt. Fassadenbegrünung und Bewuchs werden entfernt. Ein Statiker wird mit dem Zimmermannsbetrieb Grothues & Theis die Bausubstanz noch einmal gründlich unter die Lupe nehmen. Umsetzung kostet rund 500.000 Euro „Danach werden sich die Handwerker von oben nach unten arbeiten“, erklärt Volker Bessmann. Dachpfannen runter, Schornsteine entfernen, Dachstuhl runternehmen . . . „Die Arbeit wird uns den Weg weisen.“ Die Firma Bessmann wird alle Holzbauteile wie Giebel, Torbogen, Sparren, Balkenlage und Innenständer mitnehmen und zwischenlagern. Diese werden nach Prüfung ihres Zustandes in Marienfeld wieder aufgebaut. Dem denkmalgeschützten Deelentorgebälk gilt dabei die besondere Aufmerksamkeit. Der Rückbau wird insgesamt sieben bis acht Wochen in Anspruch nehmen und rund 500.000 Euro kosten. „Wir haben darauf gespart“, sagt Senior-Chef Heiner Bessmann verschmitzt. Volker Bessmann schildert, dass sich die ursprünglichen Pläne bezüglich des Wiederaufbaus von Hof Kulbrock geändert haben. Sollte das Brackweder Bauernhaus zunächst Teil eines Vierer-Ensembles auf einer Freifläche zwischen Bessmann und Kleine-Moden an der B 513 in Marienfeld werden, bekommt es nun doch einen Platz auf dem bisherigen, 35.000 Quadratmeter großen Firmengelände. Es soll sich künftig direkt an das Sportgeschäft Weckenbrock anschließen. An den Hof Kulbrock wiederum soll der Neubau der sanierungsbedürftigen „Resteecke“ ansetzen. Die Bauvoranfrage für dieses Vorhaben ist nach den Worten des Unternehmers von der Stadt Harsewinkel vor wenigen Tagen genehmigt worden. Die Pläne sind noch nicht endgültig, aber Volker Bessmann schwebt ein moderner Anbau vor, „als Kontrast zur historischen Substanz“. Der wiederaufgebaute Hof ist dann auf alle Fälle von der Bundesstraße aus sichtbar. Bessmann plant fünf neue Häuser Auch das zusätzliche Fachwerk-Ensemble wird kommen, für Kulbrocks Hof haben die Marienfelder Modefabrikanten bereits Ersatz gefunden. Bislang stehen rund zehn historische Gebäude im Modezentrum, insgesamt hat Bessmann nach eigenem Bekunden 20 alte Häuser an drei Standorten wieder aufgebaut – Marienfeld, Lippborg (Kreis Soest) und im thüringischen Breitenworbis. Volker und Heiner Bessmann betonen, dass ihr Fokus stets darauf liege, die alten Häuser möglichst original wieder aufzubauen. Mode in diesem interessantem Ambiente zu präsentieren biete ein Alleinstellungsmerkmal, schaffe Identität und erhalte historische Bausubstanz, schildert Heiner Bessmann die Motivation dahinter. Zwei Neubauten auf dem Gelände Viele Menschen hätten es lieber gehabt, Kulbrocks Hof in Brackwede zu erhalten. Alle Bemühungen von Anwohnern, privaten Investoren, Bezirksvertretung, Heimat- und Denkmalverein sowie der Interessengemeinschaft Bauernhaus waren jedoch gescheitert. Die BGW wird auf dem rund 3.300 Quadratmeter großen Gelände zwei Neubauten errichten.

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