Am Beckenrand: Bernhard Wagner leitet das Aquawede seit 2014, vorher war er Badleiter im Familienbad Heepen. Zu seinem Traumberuf ist der gelernte Bäcker- und Konditormeister über Umwege gekommen. - © Judith Gladow
Am Beckenrand: Bernhard Wagner leitet das Aquawede seit 2014, vorher war er Badleiter im Familienbad Heepen. Zu seinem Traumberuf ist der gelernte Bäcker- und Konditormeister über Umwege gekommen. | © Judith Gladow

Bielefeld Warum das Bielefelder Hallenbad Aquawede so beliebt ist

Das Sportbad hat sich gut gehalten und wird rege von Schulen, Vereinen und privaten Besuchern genutzt

Judith Gladow

Bielefeld-Brackwede. Das Aquawede, das Sportbad an der Duisburger Straße in Bielefeld, strahlt immer noch im Charme seines Baujahrs 1974. Blaue Fliesen, blau-gelbe Wandgemälde und die Architektur erinnern an diese Zeit, in der viele Hallenbäder gebaut wurden, von denen es mittlerweile schon so einige nicht mehr gibt. Das Aquawede hat überlebt. Es war das erste Bad, das die junge Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen GmbH (BBF) vor 20 Jahren umfassend saniert hat. Während andere Bäder geschlossen wurden, wurde das Aquawede neben dem Hallenbad in Heepen, das zum Familienbad wurde, dem Sennestadtbad, das 2000 in ein Schul- und Vereinsbad umgewandelt wurde, und dem Neubau des Ishara Teil des neuen Bäderkonzepts der BBF. 4,1 Millionen Mark wurden in das Brackweder Bad investiert. "Wir haben hier vieles gelernt", erinnert sich BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns an die Arbeiten 1998. Gemütliche kleine Saunalandschaft ist recht beliebt Im Keller wurde eine neue Filteranlage eingebaut und ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke, das seitdem Strom und Wärme für das Schwimmbad liefert. Sanitäranlagen und Fliesen wurden erneuert, Fenster und Dämmung ebenso. Es entstand eine Cafeteria, die mittlerweile aber nicht mehr betrieben wird. Eine größere Erweiterung erfuhr die Saunalandschaft. Die ist zwar eher gemütlich, beherbergt aber eine gute Auswahl von Blockhaussauna bis Dampfbad und einen Außenbereich mit einem Becken zum Abkühlen. Das Schwimmbad selbst wird bis heute vorwiegend sportlich genutzt, rund 170.000 Badegäste zählt die BBF pro Jahr, etwa 50.000 davon fallen auf das Schulschwimmen. Auch Vereine nutzen das Aquawede rege: Rettungs- und Synchronschwimmen, sogar Wasserball wird im 25-Meter-Becken gespielt. Mithilfe eines Hubbodens kann die Wassertiefe zwischen 0,30 und 2 Meter angepasst werden. "Das sind 40 Tonnen, die da bewegt werden", erklärt Bernhard Wagner, der das Aquawede seit 2014 leitet und einen eher ungewöhnlichen Lebenslauf hat. Bevor es ihn zu den Bäderbetrieben führte war er nämlich Bäcker- und Konditormeister. 1991, mit 31 Jahren, hat er dann noch einmal eine Umschulung zu seinem Traumberuf gemacht. "Meine Familie kommt aus dem Schwimmsport. Ich bin sozusagen im Hallenbad aufgewachsen." Zu seinem Berufsbild gehören vielfältige Aufgaben: Er muss natürlich die Wasserrettung beherrschen, sich mit der Technik auskennen. Über die Filteranlage wird das Beckenwasser gereinigt, und im Aquawede werden pro Tag 20.000 Liter durch Frischwasser ersetzt. Chlor wird auch eingesetzt. "Chemiekenntnisse sind da unumgänglich", erzählt er. "Hochbelastetes Schwimmbad braucht ständig Pflege" "In den vergangenen Jahren sind viel mehr Schwimmkurse und Wassergymnastik dazugekommen." Besonders gut gefällt dem 57-Jährigen die Zusammenarbeit mit dem Team. Jetzt im Winter sind 15 Mitarbeiter vor Ort, darunter einige, die im Sommer in den Freibädern tätig sind. Sie passen auf, dass im Bad alles reibungslos läuft, egal ob Schulkinder oder Senioren ihre Bahnen ziehen, Wagemutige vom Fünf-Meter-Turm springen oder kleine Schwimmanfänger planschen. Seit der Sanierung hat sich im Aquawede - zumindest auf den ersten Blick - gar nicht so viel geändert. Viele Arbeiten sind für die meisten Besucher eher unsichtbar. "So ein Schwimmbad ist ein physikalisch hoch belastetes Gebäude, es braucht ständige Pflege", sagt Bruns. Neben der üblichen Revision im Sommer falle auch immer wieder mal etwas Größeres an. Erneuert worden sind etwa in der Zwischenzeit auch das Dach und die Lüftungsanlagen. Der BBF-Geschäftsleiter: "Demnächst sind die Umkleiden dran."

realisiert durch evolver group