Leuchtend gelb: Dieses Werbeschild war Dekoration im Gemeindehaus. Karsten List, der den Auktionator spielt, überreicht Claudia Horsthemke ihr ersteigertes Schild. - © Sibylle Kemna
Leuchtend gelb: Dieses Werbeschild war Dekoration im Gemeindehaus. Karsten List, der den Auktionator spielt, überreicht Claudia Horsthemke ihr ersteigertes Schild. | © Sibylle Kemna

Ummeln "Martin Luther" aus Pappe bei Baustellenparty der Stiftung Ummeln versteigert

Gemeindehaus Ummeln: Baustellenparty bietet die Gelegenheit, sich ein Bild vom Umbau zu machen. Und manches Schnäppchen zu ergattern

Sibylle Kemna

Ummeln. Viel Geld kam bei der Versteigerung nicht zusammen. Aber die Baustellen-Party im Gemeindehaus bot Freitag allen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde die Gelegenheit, sich über die Fortschritte auf der Baustelle und die Pläne vor Ort zu informieren. Mehrere Dutzend Ummelner kamen - und einige steigerten mit. Martin Luther aus Pappe, eine Sitzecke, ein Hungertuch, etliche Dekorationsgegenstände wie Vasen und Bilder, eine Leinwand und vieles mehr versuchte Presbyter Karsten List in dem großen, kalten Saal an den Mann oder die Frau zu bringen. Manches fand keinen Bieter, anderes ging für ein paar Euro weg, wie die sechs alten Pfeifen, die an die Orgel erinnerten, die bis 1974 hier die Gottesdienste begleitet hatte. Insgesamt kamen 75 Euro zusammen. Aber es ging der Gemeinde auch weniger um den Erlös als darum, originelle oder auch gut erhaltene Gegenstände, die nach dem Umbau keinen Platz mehr haben, nicht einfach wegzuwerfen, sondern für sie noch Abnehmer zu finden. Im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts hatte die Gemeinde beschlossen, das Gemeindeamt aufzugeben, so dass das Gemeindehaus umgebaut werden muss. Wegen der Nutzungsänderung - das Gemeindehaus wird nicht mehr nur Versammlungs-, sondern auch Arbeitsraum - gibt es viele Auflagen zu erfüllen, die der Umbau leisten soll. Viele Ummelner interessierten sich für den Umbau, denn alle Gruppen, die sich bisher im "Gemeindeamt" vorne an der Queller Straße 192 treffen, ziehen um. Die Firma Lagerquist hat inzwischen einige Wände herausgenommen und Stützbalken eingebaut, so dass die neue Gliederung zu erkennen ist. "Alles wird offener, hier am Eingang kommt ein Foyer hin, bei dem man direkt auf das nach vorne verglaste Büro zuläuft", erläutert Pfarrerin Annette Kleine. Den dunklen Flur, an dem die sanitären Anlagen liegen, gibt es dann so nicht mehr, stattdessen wird ein Durchbruch zu den bisherigen unteren Räumen des Hauses der offenen Tür (HoT) geschaffen und mit einer Glastür ausgestattet. "Das wird ein schöner Besprechungsraum." Das HoT wandert komplett in die erste Etage und wird "abgenabelt" - die Heizung wird getrennt. Bis zur Einweihung, die am Gemeindefest am 10. Juni stattfinden soll, ist noch viel zu tun. Bereits am 1. Juni übernimmt die benachbarte Friedhofsgärtnerei das Gebäude des Gemeindeamtes. Sie wollte sowieso erweitern und wird dort ihre Lagerräume, ein Büro und Personalräume einrichten. "Wir sind froh, dass das Haus für Ummeln erhalten bleibt", sagte Olaf Kock vom Posaunenchor.

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