Im Keller: Zur ersten Probe im neuen Jahr sind noch längst nicht alle Musiker des Stadtorchesters Brackwede erschienen. Trotzdem ist es im Übungsraum recht eng. - © Judith Gladow
Im Keller: Zur ersten Probe im neuen Jahr sind noch längst nicht alle Musiker des Stadtorchesters Brackwede erschienen. Trotzdem ist es im Übungsraum recht eng. | © Judith Gladow

Brackwede Stadtorchester sucht neue Räume

Das traditionsreiche Bläserensemble probt in Kellerräumen an der Benatzkystraße. Auf Dauer ist es dort zu klein, die Akustik ist schlecht

Judith Gladow

Brackwede. Ob Schweinemarkt, Glückstalertage oder Adventsmarkt – kein Stadtteilfest kann sich wirklich so nennen ohne das Stadtorchester Brackwede. Das Ensemble, das in diesem Jahr ganze 105 Jahre auf dem Buckel hat, ist eine echte lokale Institution. In Zeiten, in denen anderen Vereinen die Mitglieder schwinden, konnten die Brackweder Bläser sich trotz steigenden Altersdurchschnitts weiter behaupten. Nun sucht das Orchester nach neuen Proberäumen oder auch nach einem Sponsor, der die Suche erleichtert. Als das Ensemble vor vier Jahren seine Räume im Roten Rathaus aufgrund anfallender Kosten aufgeben musste, waren die Mitglieder froh, an der Benatzkystraße fündig geworden zu sein. Es gab einen annehmbar großen Raum für die Proben und einen Lagerraum für Noten, Uniformen und Equipment. Doch vor allem die Lage im Keller erweist sich auf Dauer als problematisch. „Es ist kalt hier“, erzählt Trompeter Heiko Heidrich. Und die Deckenhöhe von knapp zwei Metern ist akustisch alles andere als optimal. „Wir fangen an zu spielen, und es ist schon zu laut“, erklärt Orchestervorsitzender Werner Droschke. Die 15 aktiven Mitglieder wünschen sich zum Proben einen Ort, an dem sie sich weniger beengt fühlen. Sie hoffen dabei auf Unterstützung des Stadtbezirks. „Wir sehen uns als kulturellen Bestandteil dieses Stadtbezirks“, sagt Peter Lauer, langjähriger Trompeter im Orchester, und betont: „Das, was wir hier tun, ist ja auch Ehrenamt.“ Anfallende Kosten trage der Verein selbst, die kleinen Gagen für die Auftritte seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch Platz für Equipment gefragt „Wir dachten an eine der Schulen, etwa auf der Bühne der Realschule Brackwede, wo wir vor vielen Jahren auch schon proben konnten“, sagt Droschke, der selbst erst drei Jahre beim Orchester spielt und damit zu den neueren Mitgliedern gehört. „Wir brauchen aber nicht nur einen Ort zum Proben, sondern auch einen kleinen Raum, in dem wir unser Equipment lagern können.“ Das Schlagzeug etwa könne nicht abtransportiert werden, und die Notensammlung, darunter 100 Jahre alte Exemplare, müsste mit umziehen. Modell "Sportverein" als Vorbild Ein Beispiel, wie es funktionieren kann, sieht Saxofonist Manfred Preuss in den Sportvereinen. Die hätten schon länger Schlüssel für die Turnhallen, so dass kein Hausmeister mehr abschließen muss. Dieses Modell könnte er sich auch für das Stadtorchester vorstellen, ob nun Aula oder Klassenraum. „Wir würden sogar in einer Turnhalle proben“, erwägt Lauer. Wer das traditionsreiche Stadtorchester unterstützen möchte, einen geeigneten Proberaum weiß oder zur Verfügung stellen kann, kann sich mit Werner Droschke in Verbindung setzen. Er ist unter Tel. (05 21) 2 35 05, 0152 33 85 91 23 oder per E-Mail an werner.droschke@web.de zu erreichen. Gleiches gilt auch für Menschen, die sich musikalisch beteiligen wollen. Das breite Repertoire des Ensembles reicht von Polka bis Pop.

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