Gut gelaunt: Rainer Girod (von links) und Thomas Gebauer stoßen auf die neuen Sorten an. - © Carolin Riethmüller
Gut gelaunt: Rainer Girod (von links) und Thomas Gebauer stoßen auf die neuen Sorten an. | © Carolin Riethmüller

Bielefeld "Flutlicht"-Brauerei plant weitere Bielefelder Biersorten

Mehr Vielfalt: Ravensberger Brauerei lud nach Brackwede zur Verkostung

Carolin Riethmüller

Bielefeld. Der Raum auf dem Gelände der Möller-Werke sieht aus wie ein klassisches Büro: Weiße Raufasertapete und Lamellen-Vorhänge prägen das Bild. Die sechs Bierzeltgarnituren wollen am Freitagabend hier nicht so recht reinpassen. Trotzdem haben es sich die rund 40 Gäste der Bierverkostung der Ravensberger Brauerei daran gemütlich gemacht, knabbern gesalzene Erdnüsse und kommen miteinander ins Gespräch. Wie werden die drei neuen Sorten wohl schmecken? Welche wird gewinnen und auf den Markt kommen? Die für das Bier „Bielefelder Flutlicht" bekannte Brauerei, die bereits bundesweit Schlagzeilen machte, hatte die Teilnahme an der Verkostung zuvor ausgelost. „Es ist an der Zeit, eine zweite Sorte nachzulegen, und warum sollten wir das Flutlicht alleine lassen?", meint Inhaber und Brauer Mike Cacic. Begeistert schenkt er dann auch die erste Runde an die Anwesenden aus, es nennt sich IPA und riecht nach Maracuja. Erstaunlich herb und bitter ist dafür der Geschmack, bekunden die meisten Tester. Dieses Bier stieß nicht auf so viel Zustimmung. Die nächsten beiden Runden mit einem Keller- und einem Bockbier gefallen dafür den meisten. Gewissenhaft machen sie ihre Kreuze für Farbe, Geruch, Schaum, Geschmack und Mundgefühl. Während das erfrischend-herbe Kellerbier einen faszinierenden Geruch vorweisen kann, der entfernt an eine Süßigkeitenbude auf dem Weihnachtsmarkt erinnert, hat man beim Bockbier das Gefühl, es könnte zu einem lauen Sommerabend passen. „Sie sind alle drei sehr unterschiedlich", findet Carolin Beyer, die die neuen Sorten des Unternehmens, mit dem sie im Rahmen ihrer Berufsschule zukünftig kooperieren wird, ebenfalls testen durfte. „Da dürfte für jeden etwas dabei sein – aber schmecken tun sie alle", pflichtet ihre Mitschülerin Janine Gräbert ihr bei. Anschließend gab es das Bier Flutlicht für alle, und die Anwesenden, die schon nach der ersten Testrunde beim Du waren, verstanden sich prächtig. Bis Februar möchte Mike Cacic die Sorte, die am Freitagabend gewonnen hat, fertig für den Verkauf haben. Außerdem möchte die Brauerei langfristig in ein Gebäude auf dem Gelände der Möller-Werke umziehen, „damit das Bielefelder Bier auch hier produziert wird, und nicht in Westheim", erklärt der gebürtige Bielefelder.

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