Planiert: Die ehemalige Brache am Bahnhof ist in Privatbesitz und für Garagen vorgesehen. Der Versuch, das Gelände für Park+Ride-Flächen zu kaufen, ist an den Preisvorstellungen des Eigentümers gescheitert. - © Susanne Lahr
Planiert: Die ehemalige Brache am Bahnhof ist in Privatbesitz und für Garagen vorgesehen. Der Versuch, das Gelände für Park+Ride-Flächen zu kaufen, ist an den Preisvorstellungen des Eigentümers gescheitert. | © Susanne Lahr

Bielefeld Ankauf der geplanten P+R-Fläche gescheitert

Bahnhof Brackwede: Bauherr von Großgaragen rückt von seiner Preisvorstellung nicht ab

Susanne Lahr

Bielefeld-Brackwede. Die Verhandlungen sind gescheitert. Die Stadt kann die Industriebrache im Einmündungsbereich Eisenbahnstraße/Gütersloher Straße nicht kaufen, um darauf dringend benötigte P+R-Parkplätze für den Bahnhof Brackwede zu errichten. In nichtöffentlicher Sitzung erfuhren die Bezirksvertreter jetzt, dass die Eigentümerin nicht von ihren, aus Sicht der Stadt völlig überzogenen Preisvorstellungen abgerückt ist. Auf Anfrage der NW bestätigte Petra Thiede vom Stab des Baudezernenten Gregor Moss, dass die auf Beschluss der BZV Brackwede geführten neuerlichen Kaufgespräche zu keinem Ergebnis geführt haben. „Es bestand keinerlei Bereitschaft, über das Angebot zu verhandeln." Es sei die gleiche Kaufpreisvorstellung wie beim ersten Ankaufversuch genannt worden. Die hatte Bauamtsleiter Dieter Ellermann schon im Juli als „jenseits aller Schallgrenzen" bezeichnet. Insofern seien sowohl der Betriebsausschuss des Immobilienservicebetriebes als auch die Bezirksvertretung vom Scheitern in Kenntnis gesetzte worden, so Thiede. Auswirkungen auf das laufende Planverfahren habe dies jedoch nicht. Auf der Fläche sollen 45 Großgaragen entstehen Im Juni hatten die Kommunalpolitiker einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Park+Ride Bahnhof Brackwede" beschlossen. In erster Linie sollte damit eine Spielhalle an dem Standort verhindert werden, für die bereits eine Bauvoranfrage vorlag. Und für die Zukunft hält sich die Stadt mit dem B-Plan die Option offen, auf der 3.800 Quadratmeter großen Fläche vielleicht doch irgendwann einmal Parkplätze errichten zu können. Auf der sind jetzt aber erst einmal 45 Großgaragen für Wohnmobile vorgesehen. Dafür hat der Bauherr, die Firma Rot Industriegüter GmbH mit Sitz in Melle, bereits seit dem 6. August 2015 eine Baugenehmigung, im Juli war die Fläche planiert worden. Dafür, dass diese Genehmigung überhaupt erteilt worden ist, hatte das Bauamt im Sommer herbe Kritik aus Brackwede einstecken müssen. Die Bauverwaltung hätte mit Blick auf die seit langem geplanten Veränderungen am Bahnhof die Brisanz des Antrages erkennen müssen, statt ihn einfach abzustempeln, so der Vorwurf. Bedarfsparkplätze für Naturbad könnten ins Spiel kommen Die Deutsche Bahn Station & Service baut voraussichtlich ab kommenden Jahr den Bahnhof samt Vorplatz und Tunnelzugang um. Die Stadt will im Anschluss das Bahnhofsumfeld samt Fernbusbahnhof neu gestalten. Eine P+R-Alternative muss nun her, der Bedarfsparkplatz des Naturbades an der Osnabrücker Straße könnte dabei ins Spiel kommen. Obwohl die Bauvoranzeige für die Garagen bereits im Juli im Bauamt eingetroffen ist, hat sich jedoch noch nichts getan. Ursprünglich hatte der Bauherr erklärt, spätestens im Oktober mit dem Gießen der Fundamente beginnen zu wollen. Die Hallen sollten im Frühjahr 2018 aufgestellt werden.

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