Die Hecke stand auf städtischem Grund und ragte inzwischen zu weit in die Straße hinein. Die Stadt entfernte sie daraufhin. - © Symbolfoto: Pixabay / Creative Common
Die Hecke stand auf städtischem Grund und ragte inzwischen zu weit in die Straße hinein. Die Stadt entfernte sie daraufhin. | © Symbolfoto: Pixabay / Creative Common

Bielefeld Der kuriose Fall um die gestohlene "Hainbuchenhecke" ist aufgeklärt

Es war die Stadt: 20 Meter lange Hecke ragte auf die Straße

Jens Reichenbach

Bielefeld-Brackwede. Der Raub einer 20 Meter langen und drei Meter hohen Hainbuchenhecke ist aufgeklärt. Wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilte, war es der Umweltbetrieb der Stadt, der die Hecke an der Straße Im Riekerfelde entfernt hatte. Wie berichtet, hatte die Polizei am Donnerstag Zeugen der Tat Ende November gesucht, nachdem die Grundstücksbesitzerin Anzeige wegen Diebstahls erstattet hatte. Die Eigentümerin war davon ausgegangen, dass Diebe ihre Hecke am helllichten Tag ausgegraben und abtransportiert hatten. Doch hier lag ein Irrtum vor, wie die Polizeisprecherin mitteilte. Michael Koch vom Bielefelder Umweltbetrieb klärt auf: "Diese Hecke ist vor Jahren - wahrscheinlich von den Eigentümern - direkt an der Straße gepflanzt worden - allerdings auf städtischem Grund." Jahrelang sei diese Hecke gepflegt und geschnitten worden. Doch zuletzt sei das nicht mehr passiert, sagte Koch. Beschwerden der Anwohner sorgten für städtisches Eingreifen Deshalb hatten sich Anwohner beim Ordnungsamt beschwert, weil Autos teilweise nur noch schwer passieren konnten. "Der Umweltbetrieb hat die Beeinträchtigung durch diese Hecke auf Bitten des Ordnungsamtes geprüft. Weil wir in diesem Fall die Verkehrssicherheitspflicht haben und die Pflege dieser Hecke aufwändig wäre, gab es die Entscheidung: Wir nehmen diese Hecke weg." Laut Koch hätten Kratzer an den Autos zu Regressforderungen gegen die Stadt führen können. Denn die Hecke war außerhalb des Grundstückszaunes direkt am Straßenrand gepflanzt worden. Nach Angaben des Umweltbetriebes gehörte dieser Streifen nicht mehr zu dem Privatgrund. Weil die Entsorgung der Hecke aber die Abteilung Straßenunterhaltung übernommen hatte und nicht, wie zunächst angenommen, die Grünunterhaltung, sagt Koch weiter, erhielt die Polizei zunächst die falsche Rückmeldung: Die Stadt hatte zunächst jede Verantwortung abgestritten. Nach der Polizei-Veröffentlichung am Donnerstag klärte sich dann auch dieser Irrtum auf. Die Hecke wurde längst entsorgt. Ob trotzdem ein Diebstahl vorliegt, obwohl die Buchenhecke auf städtischem Grund stand, muss nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen nun die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte Christoph. Erfahrungsgemäß dürfte das Verfahren eingestellt werden.

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