Seine Tage in Brackwede sind gezählt: Die Abrissgenehmigung für Kulbrocks Hof an der von-Möller-Straße liegt jetzt vor. - © Susanne Lahr
Seine Tage in Brackwede sind gezählt: Die Abrissgenehmigung für Kulbrocks Hof an der von-Möller-Straße liegt jetzt vor. | © Susanne Lahr

Brackwede Abrissgenehmigung für Kulbrocks Hof in Brackwede ist da

Auf dem Grundstück an der von-Möller-Straße sollen Sozialwohungen entstehen. Grundstück entstehen

Susanne Lahr

Brackwede. Jetzt ist es amtlich. Das Bauamt hat die Abrissgenehmigung für Kulbrocks Hof am 13. Dezember erteilt, am Donnerstag ist das Schreiben bei der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobilien (BGW) eingegangen. Doch in diesem Jahr wird der Bagger nicht mehr anrücken. Hof Kulbrock und das dazugehörende 3.268 Quadratmeter große Grundstück an der von-Möller-Straße gehört seit 2002 der BGW. Die plant, auf dem Gelände Sozialwohnungen zu errichten. Als durch einen Bericht der NW Mitte Februar bekannt geworden war, dass das 234 Jahre alte Bauernhaus abgerissen werden soll, hatte ein Sturm der Entrüstung angehoben. Anwohner, die Bezirksvertretung Brackwede, der Heimatverein, die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V., der Bielefelder Denkmalverein – sie alle haben vergeblich versucht, den Erhalt des Hauses zu erreichen. Sogar der Petitionsausschuss des Landtages war eingeschaltet worden. Erneute Anträge auf Denkmalschutz waren gestellt und abgewiesen worden. Lediglich der kunstvoll geschnitzte Torbogen des Deelentores steht unter Schutz. Zudem hatten ein Privatinvestor aus dem Kreis Gütersloh und ein Brackweder Interesse bekundet, das Haus erwerben zu wollen. Letzterer will der BGW sogar ein Ausweichgrundstück für ihre Sozialwohnungen in Ummeln angeboten haben, was jedoch als zu klein zurückgewiesen worden sei. „Von solchen Gesprächen weiß ich nichts“, sagt BGW-Geschäftsführerin Sabine Kubitza gestern auf Anfrage der NW.Bauernhaus soll in Modemarkt integriert werden Die mannigfache Kritik perlte aber nicht an der Gesellschaft ab. Sie suchte und fand mit Unternehmer Volker Bessmann einen Liebhaber alter Fachwerkhäuser. Im Mai wurde bekanntgegeben, dass Kulbrocks Hof in Brackwede abgebaut und zunächst eingelagert wird. Mode-Unternehmer Bessmann plant ein neues Gebäude-Ensemble in Marienfeld, in das das Brackweder Bauernhaus integriert werden soll. Für die Brackweder war und ist es ein schwacher Trost, dass von dem erstmals 1304 urkundlich erwähnten Hof mehr übrig bleibt, als der denkmalgeschützte Torbalken. Im schlechtesten Fall wäre dieser als Solitär nach einem Abriss wieder aufgestellt worden, ähnlich wie der Torbogen im Brackweder Stadtpark.Neubaupläne werden von der BGW nun konkretisiert Sabine Kubitza erklärt auf Nachfrage, dass nach Eingang der Abrissgenehmigung mit Volker Bessmann das Procedere abgeklärt werde. Dies soll Anfang 2018 geschehen. Abriss, Abbau und Translozierung müssten Hand in Hand gehen. „Wir haben aber noch keinen festen Zeitplan in der Tasche“, sagt Kubitza. Sobald die Abbruch-Modalitäten geklärt sind, will die BGW an die konkrete Neubauplanung gehen. Noch sei unklar, wie viele Gebäude auf dem Grundstück entstehen sollen, welche Wohnungsgrößen geplant sind, wie hoch gebaut werden soll. Fest steht nach den Aussagen der BGW-Geschäftsführerin allerdings, dass die Erschließung der Neubauten über die von-Möller-Straße erfolgen soll.

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