Bielefeld Bielefelds Fahrradbeauftragter Oliver Spree erklärt die größten Irrtümer rund ums Radeln

Diese Regeln gelten auf Straßen und Radwegen

Bielefelds Fahrradbeauftragter erklärt Irrtümer ums Radeln - © OWL
Bielefelds Fahrradbeauftragter erklärt Irrtümer ums Radeln | © OWL

Bielefeld. Mit dem Hund an der Leine Rad fahren und dabei Musik hören? Ist das eigentlich erlaubt? Über viele Dinge, die man mit oder auf dem Rad tun kann, herrscht Unsicherheit. Wir haben zum Start der Fahrradsaison den Bielefelder Fahrradbeauftragten Oliver Spree befragt, der mit Unterstützung der Polizei Rechtsirrtümer aufklärt - und sagt, welche Strafen drohen.

1. Mit dem Hund an der Leine Rad fahren ist verboten.
Falsch. Von Fahrrädern aus dürfen aber nur Hunde geführt werden. Natürlich sollte der Hund das Führen vom Fahrrad aus gewohnt und berechenbar sein.

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2. Kopfhörer auf dem Rad sind tabu.
Richtig. Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Es ist wichtig, dass Radfahrer ihr Umfeld stets auch akustisch wahrnehmen, damit sie die Annäherung anderer Verkehrsteilnehmer, Signale, Hupen, Zurufe oder Einsatzfahrzeuge frühzeitig registrieren und sich in ihrem Verkehrsverhalten darauf einstellen können. Bei Nichtbeachtung wird ein Verwarngeld von 10 Euro erhoben.

Bielefelds Fahrradbeauftragter Oliver Spree - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Bielefelds Fahrradbeauftragter Oliver Spree | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

3. Betrunken Rad fahren kostet den Führerschein.
Richtig. Wenn jemand mit 1,6 Promille oder mehr Rad fährt, verlangt die Straßenverkehrsbehörde eine medizinisch-psychologische Untersuchung und kann je nach Ergebnis die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge entziehen.

4. Fahrradfahrer müssen auf dem Radweg fahren, wenn es einen gibt.
Falsch. Radfahrer müssen den Radweg nur benutzen, wenn eine entsprechende Beschilderung (blaues Schild mit weißem Rad) dies vorschreibt. Fehlt eine solche Beschilderung, kann der Radfahrer den Radweg benutzen, muss es aber nicht.

5. Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren.
Richtig und falsch. In als Fahrradstraßen ausgeschilderten Straßen ist das Nebeneinanderfahren ausdrücklich, in allen übrigen Straßen ist es eingeschränkt (der Verkehr darf nicht behindert werden) erlaubt.

6. Radler haben Mitschuld an einem Unfall, wenn sie keinen Helm tragen.
Falsch. Das Nichttragen eines Helms bedingt keine Teilschuld an einem Unfall. Das Tragen eines Helmes ist immer noch freiwillig.

7. Es ist egal, ob ich ein batteriebetriebenes Aufstecklicht oder einen fest installierten Dynamo habe.
Falsch. Grundsätzlich müssen alle Fahrräder mit einem Dynamo ausgestattet sein, der Scheinwerfer und Schlussleuchte betreibt. Batteriebetriebene Beleuchtung darf nur zusätzlich an einem Fahrrad angebracht werden. Ausnahme: An Rennrädern, deren Gewicht nicht mehr als 11 Kilogramm beträgt, ist eine batteriebetriebene Beleuchtung allein ausreichend. Sie ist stets betriebsbereit mitzuführen.

8. Beim Überqueren eines Zebrastreifens haben Radfahrer die gleichen Rechte wie Fußgänger.
Falsch. Die Vorrangstellung gilt nur für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Fahrer von Krankenfahrstühlen. Auch Fußgänger, die ein Fahrrad schieben, haben Vorrang. Radfahrer haben keinerlei Vorrang zum Überqueren der Fahrbahn. Wer bei Nutzung des Fußgängerüberwegs auf dem Fahrrad sitzt, hat keinen Vorrang. Radfahrer brauchen jedoch auch nicht abzusteigen, sondern können in Schrittgeschwindigkeit die Fahrbahn queren. Das Bußgeld bei Missachtung ist gestaffelt: 40 Euro; bei Gefährdung anderer 50 Euro; mit Unfallfolge 60 Euro€

9. Telefonieren beim Radfahren ist erlaubt.
Falsch. Telefonieren beim Radfahren ist nicht erlaubt und kostet 25 Euro.

10. Eine Einbahnstraßen-Regelung gilt für Radfahrer nicht.
Falsch. Grundsätzlich gilt eine Einbahnstraßenregelung auch für Radfahrer. Nur in durch Beschilderung "Radfahrer frei" für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraßen dürfen Radfahrer in beide Richtungen fahren. Das Bußgeld bei Missachtung ist auch hier gestaffelt: 10 Euro; bei Behinderung anderer 20 Euro; bei Gefährdung anderer 25 Euro; mit Unfallfolge 30 Euro€

11. Radwege können in beide Richtungen befahren werden.
Falsch. Radwege sind in Fahrtrichtung des angrenzenden Fahrstreifens für Kraftfahrzeuge zu benutzen. Ausnahme: Eine Beschilderung (weißes Fahrrad auf blauem Grund oder "Radfahrer frei") oder eine entsprechende Markierung auf dem Radweg lassen eine Befahrung in Gegenrichtung zu.

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