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Lemgo "Echtes Geld färbt ab"

Volker Lohweg von der Hochschule OWL über den neuen Fünf-Euro-Schein

"Echtes Geld färbt ab" - © Wirtschaft
"Echtes Geld färbt ab" | © Wirtschaft

Lemgo (lz). Er wird bunter und internationaler: Am 2. Mai kommt die erste Serie der neuen Europa-Banknoten in den Umlauf: der Fünf-Euro-Schein (diese Zeitung berichtete). Wird er auch fälschungssicher sein? Volker Lohweg, Professor am Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL, glaubt: ja.

Der Experte für "Banknotenauthentifikation", wie die Sicherheitsüberprüfung von Scheinen im Fachjargon heißt, erklärt, warum zuerst die Banknote mit dem geringsten Wert eingeführt wird: "Der Fünfer wird kaum gefälscht, nur 1.400 Fünf-Euro-Noten sind im zweiten Halbjahr 2012 aus dem Verkehr gezogen worden."

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Die Technik für die Herstellung moderner, fälschungssicherer Banknoten entwickelt sich Lohweg zufolge rasant. Hersteller von Geldscheinen zögen dafür immer wieder die Experten aus Lemgo zu Rate. An der Hochschule beschäftigt man sich seit vielen Jahren mit Produktion und Verarbeitung von Papiergeld - und entwickelt Methoden, mit denen man dessen Echtheit überprüfen kann.

Ein lang formulierter Wunsch

Lohweg nimmt den neuen Fünfer genau unter die Lupe: "Er ist bewusst sehr ähnlich zum Alten gehalten, die Bildmotive sind unverändert. Insgesamt wirkt er etwas bunter, und das Wort Euro ist nun auch in Kyrillisch, Lateinisch und Griechisch zu sehen." Neue Sicherheitsmerkmale: ein Porträt-Hologramm der Europa, eine smaragdfarberne Fünf, die beim Kippen ins Blaue wechselt, und ein Porträt-Wasserzeichen.

Volker Lohweg im Hochschullabor. - © MONTAGE: INGANNAMORTE
Volker Lohweg im Hochschullabor. | © MONTAGE: INGANNAMORTE

Ausdrücklich begrüßt der Wissenschaftler, dass der sogenannte "Intaglio/Stichdruck" wieder stärker genutzt wird: "Ein von uns lange formulierter Wunsch." Der Intagliodruck sorgt dafür, dass die Fünf deutlich stärker aus dem Papier heraussticht, erhabener ist - was sich auch erfühlen lässt. An den Rändern gibt es schräggestellte Linien ebenfalls in dieser speziellen Drucktechnik. Nur die Banknotendruckereien können den Intagliodruck realisieren.

Generell hält Lohweg die Euroscheine für ein sicheres Zahlungsmittel. Fälschungen würden immer seltener, sagt er und bezieht sich auf eine Statistik der Europäischen Zentralbank. Demnach sind in der zweiten Jahreshälfte 2012 280.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden, 12,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2011 (310.000).

Verbrauchern rät Lohweg das Pronzip "Fühlen, sehen, kippen". Ist mit Fingerspitzen und Nägeln ein erhabener Intaglio-Druck zu spüren, sei die Note ziemlich sicher echt. Ganz sicher gehe, wer einen Schein mit der Stelle, an der sich Intagliodruck befindet, über ein Stück Papier reibt: "Wenn sich Farbe löst und das Papier einfärbt, ist die Note höchstwahrscheinlich echt. Gefälschte Noten färben nicht ab."

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