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HALLE Nelli Graf wurde offenbar erstochen

Tote mit großer Sicherheit identifiziert

Leichenfund in Halle:

Es ist Nelli Graf - © HALLE
Leichenfund in Halle:
Es ist Nelli Graf | © HALLE

Halle. Bei der Leiche, die vorigen Donnerstag am Rande eines Wäldchens im Haller Ortsteil Kölkebeck gefunden wurde, handelt es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um Nelli Graf. Als Todesursache hat die Obduktion vielfache Stichverletzungen ergeben. Das haben die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung erklärt.

Nachdem der Kölkebecker Landwirt Gerhard Schacht und sein Labrador Henry die Tote in einer Senke zwischen Wäldchen und Acker gefunden hatten, wurde der Leichnam mitsamt dem gefrorenen Unterboden geborgen und noch am späten Abend nach Bielefeld gebracht. Als der Fund mit speziellen Hilfsmitteln aufgetaut worden war, hat die Rechtsmedizin Münster am Wochenende eine erste Obduktion durchgeführt.

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Ergebnis: Die Bekleidung des Opfers und der gefundene Schmuck stammen von der dreifachen Mutter und Ehefrau, zudem entspricht die Statur des Leichnams der der 46-Jährigen. Deshalb gehen die Ermittler mit hoher Sicherheit davon aus, dass es sich bei der Leiche um Nelli Graf handelt, die seit dem 14. Oktober 2011 vermisst wird. Endgültige Gewissheit werde erst eine DNA-Untersuchung geben. Sie wird in einem speziellen Sektionsraum eines Bielefelder Bestattungsunternehmens durchgeführt und noch einige Tage dauern.

Mordkommission wieder aktiv

Zu Art und Umfang der Verletzungen, die Nelli Graf zugefügt worden sind, wollen sich die Ermittler vorläufig nicht weiter äußern. Das sei Täterwissen, ebenso wie die genaue Auffindesituation am Fundort der Leiche. Auch dazu, ob das Opfer sexuell missbraucht worden ist, wie teilweise bereits verbreitet wurde, kann nach den Feststellungen der Rechtsmedizin noch keine abschließende Aussage gemacht werden. "Hierzu sind noch weitere rechtsmedizinische Untersuchungen nötig, die Wochen in Anspruch nehmen können", so die Staatsanwaltschaft.

Nelli Graf
Nelli Graf

Angesichts der neuen Umstände im Fall Graf hat die Mordkommission "Ahorn" der Polizei Bielefeld unter Leitung von Ralf Östermann die Ermittlungen wieder aufgenommen. Unterstützung gibt es von den Kollegen aus Gütersloh. Zurzeit sind acht Kommissare mit dem Fall beschäftigt.

"Nachdem die Mordkommission zunächst die Familie über das Obduktionsergebnis informiert und psychologische Betreuung angeboten hat, fängt sie mit ihren Ermittlungen nun bei null wieder an", sagte Staatsanwalt Christoph Meckel im Gespräch mit dieser Zeitung. Dabei seien Östermann und seine Kollegen auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. "Die Untersuchungen am Fundort der Leiche wurden am Wochenende abgeschlossen, jetzt werden Zeugen gesucht, die ab dem 14. Oktober, also dem Tag der Entführung, etwas gesehen haben, das zur Aufklärung des Falls dienen könnte", so Meckel weiter. Wie lange die Leiche in Kölkebeck gelegen hat, lässt sich zurzeit übrigens noch nicht sagen. Jäger, die zwischen Weihnachten und Neujahr in der Gegend unterwegs waren, sollen jedenfalls nichts Auffälliges bemerkt haben.

Die traurige Gewissheit über das Schicksal von Nelli Graf beschäftigt auch die Menschen in Halle: Wer hat die Familienmutter getötet - und warum? Zahlreiche Schaulustige fuhren am Wochenende nach Kölkebeck und versuchten, einen Blick auf die Fundstelle der Leiche zu werfen. Anlieger berichten, dass der Pkw-Verkehr noch nie so hoch gewesen sei wie Samstag und Sonntag. Nicht zuletzt wird in diversen Internet-Foren über Täter und Motiv spekuliert.

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