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PADERBORN Zwei Frauen starben in OWL durch Darmkeim EHEC

Todesfälle in Paderborn und Gütersloh

in Paderborn erlag eine Seniorin dem Darmvirus EHEC. - © FOTO: DPA
in Paderborn erlag eine Seniorin dem Darmvirus EHEC. | © FOTO: DPA

Paderborn (lnw). Die Darmseuche EHEC hat zu Zwei Todesfällen in Ostwestfalen-Lippe  geführt. Im Kreis Paderborn starb am Sonntag eine 91-jährige Frau an den Folgen der gefährlichen Durchfallinfektion. Die Frau habe mehrere schwere Vorerkrankungen gehabt, teilte der Kreis am Montag mit. Auch in Gütersloh starb eine Frau an der Infektion. Die zwischen 40 und 50 Jahre alte Frau litt nach der Infektion unter Komplikationen, dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), teilte der Kreis Gütersloh mit.

Zuvor waren bundesweit zehn Menschen der Krankheit erlegen. Alle stammten aus dem Norden. Die 91-Jährige aus Bad Lippspringe war am 21. Mai mit blutigem Durchfall in ein Paderborner Krankenhaus gebracht worden, sagte Kreissprecherin Michaela Pitz. Bei der alleinlebenden Frau sei dann die schwere Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) eingetreten, die durch EHEC verursacht werden kann. Schlimmstenfalls kommt es zu Blutveränderungen und Nierenversagen.

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Bis Sonntag waren in NRW 48 Menschen durch den Darmkeim EHEC erkrankt. Davon litten 15 an dem lebensbedrohlichen HUS. Der Kreis Paderborn ist mit 30 Krankheits- und 13 HUS-Fällen der Schwerpunkt der Erkrankungen in NRW. Zuvor war nach Auskunft des Gesundheitsministeriums der letzte Todesfall durch den EHEC-Erreger in Nordrhein-Westfalen 2009 registriert worden. Insgesamt werden zur Zeit 16 Patientinnen aus dem Kreis Gütersloh in verschiedenen Kliniken behandelt.

Quelle der Keime weiterhin nicht gefunden

Die Quelle der Keime ist weiterhin nicht gefunden. Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeinsam mit den Hamburger Gesundheitsbehörden erstellte Studie hatte Mitte vergangener Woche ergeben, dass Betroffene auffällig häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer. Allerdings sei die Studie in Hamburg durchgeführt worden, so dass sie nur bedingt Aussagekraft für andere betroffene Orte habe, hieß es in Paderborn.

Die Behörden könnten zudem nicht ausschließen, dass es über die mittlerweile als eine Quelle identifizierten spanischen Gurken hinaus noch weitere kontaminierte Lebensmittel gebe, hieß es. Vor diesem Hintergrund empfehlen RKI und Bundesinstitut für Risikobewertung über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate besonders in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Es gebe keine hunderprozentige Sicherheit, sagte der Leiter des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Georg Alles. "Durch sehr sorgfältiges Waschen kann man die Keime auf kontaminierten Blatt- und Gemüseoberflächen deutlich reduzieren, aber eine krankmachende Dosis nicht ausschließen."

Die Menge der aufgenommenen EHEC-Bakterien und der Zustand des Immunsystems seien letztlich entscheidend dafür, ob und wie schwer jemand erkranke. Menschen mit Durchfall sollten darauf achten, strikte Hände-Hygiene einzuhalten, besonders im Umgang mit Kleinkindern und immungeschwächten Menschen.

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