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Am Freiherr-vom-Stein Gymnasium warten Schüler, Eltern und der stellvertretende Schulleiter Jens Ransiek auf eine Entscheidung im Fall Michael Neuhaus. Die Bezirksregierung äußerte sich gestern nicht. - © FOTO: PATRICK MENZEL
Am Freiherr-vom-Stein Gymnasium warten Schüler, Eltern und der stellvertretende Schulleiter Jens Ransiek auf eine Entscheidung im Fall Michael Neuhaus. Die Bezirksregierung äußerte sich gestern nicht. | © FOTO: PATRICK MENZEL

BÜNDE Liegestütze und Schläge auf Po und Nacken

Staatsanwalt spricht über Vorwürfe gegen suspendierten Schulleiter

Bünde. Zwei Wochen sind seit der überraschenden Suspendierung des Schulleiters des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums, Michael Neuhaus, vergangen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft erstmals die Vorwürfe gegen Neuhaus konkretisiert. Demnach gehe es um körperliche Übergriffe des Oberstudiendirektors.

Bestandteil der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen seien Liegestütze, eine Ohrfeige, ein Schlag in das Genick eines Schülers sowie mehrere Schläge auf das Gesäß von Schülern, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart gestern Abend im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Auch soll Neuhaus in mehreren Fällen Schülern Schläge angedroht haben. "Ob, und in welcher Intensität Herr Neuhaus zugeschlagen hat und inwieweit die Vorwürfe gegen ihn zutreffen, werden wir nun prüfen", sagte Baumgart.

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Dazu wird die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen die vermeintlich geschädigten Schüler anhören und zu den Vorfällen am Stein-Gymnasium befragen. Auch Neuhaus’ Anwalt Roland Neubert habe inzwischen Antrag auf Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft gestellt, sagte Baumgart. Der Jurist äußerte sich dazu gestern gegenüber der NW nicht. Eine schriftliche Anfrage sowie mehrere Anrufe im Sekretariat der Bochumer Kanzlei blieben bis Redaktionsschluss von dem Juristen unbeantwortet.

Bürgermeister Koch: "Unschuldsvermutung gilt"

Der stellvertretende Schulleiter Jens Ransiek wollte zu den von der Staatsanwaltschaft genannten Vorwürfen keine Stellung beziehen. "Ich kann sagen, dass sich heute weder die Staatsanwaltschaft noch die Bezirksregierung bei mir gemeldet haben", sagte er auf Nachfrage der NW. Ransiek möchte sich erst bei der Bezirksregierung informieren, bevor er sich zu den Vorwürfen äußert. Auch bei der Detmolder Regierung war Donnerstag niemand mehr für ein Gespräch zu erreichen. Bürgermeister Wolfgang Koch wollte sich zu den bekannt gewordenen Vorwürfen ebenfalls nicht äußern. "Solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, gilt die Unschuldsvermutung", sagte er.

Indessen hofft er auf einen zeitnahen Abschluss der Ermittlungen. Am Freitag, 4. März, war Schulleiter Michael Neuhaus überraschend suspendiert worden. Die Bezirksregierung schweigt seit jenem Tag zu den Gründen ihres Handelns. Viele Schüler und Eltern fordern dagegen eine bessere Informationspolitik von der Schulaufsichtsbehörde. Das wünscht sich auch Bürgermeister Wolfgang Koch. In einem Gespräch mit Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl wollte er sich am Dienstag über die Hintergründe informieren. Die Regierungspräsidentin wollte sich gegenüber dem Schulträger zu den Vorwürfen jedoch nicht äußern. Als Grund gab sie das laufende Verfahren an.

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