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BÜNDE Beurlaubter Schulleiter klagt gegen Bezirksregierung

Schüler nimmt Stellung zu Vorwürfen gegen Neuhaus

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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Bünde

Bünde. Der beurlaubte Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Bünde (Kreis Herford), Michael Neuhaus, geht gegen seine Suspendierung vor. Wie sein Anwalt Roland Neubert auf Nachfrage der Neuen Westfälischen erklärt, habe er gestern rechtliche Schritte gegen die Bezirksregierung eingeleitet. Mit der Klage will der Bochumer Jurist eine Aufhebung des "Verbots der Dienstausübung" erreichen. Weitere Auskünfte möchte er derzeit nicht geben. Er wartet darauf, Akteneinsicht zu bekommen.

In der NW-Redaktion meldete sich am Mittwoch eine Mutter mit ihrem Sohn, der Stellung zu den Vorwürfen gegen den beurlaubten Schulleiter nehmen wollte. Ihm habe Neuhaus als Strafe nach einer Verfehlung Schläge aufs Gesäß angedroht. Beobachtet haben will der Schüler "Ringkämpfe zwischen Schulleiter und Schülern, deren primäres Ziel gewesen sei, dem Gegenüber auf das Gesäß zu schlagen".

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Weiter will er beobachtet haben, wie Neuhaus bei Dehnübungen mit seiner Hand an der Innenseite des Oberschenkels eines Schülers verblieben sei. Zu einer schriftlichen Anfrage an die Bezirksregierung Detmold nimmt Pressesprecherin Alice Schumacher wie folgt Stellung: "Uns ist der Sachverhalt bisher nicht bekannt, er wird aber Gegenstand weiterer Prüfungen sein."

Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Schwarze machte indessen noch einmal deutlich, dass nach ihrem Kenntnisstand Erziehungsmethoden Anlass für die Beurlaubung seien und nicht etwa ein sexueller Übergriff. Die meisten, die den Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums kennen, können sich nicht vorstellen, dass Neuhaus Verfehlungen begangen haben soll, die einen solchen massiven Schritt der Schulaufsichtsbehörde rechtfertigen.

Methoden wie in China

"Wir haben Herrn Neuhaus als einen sehr kompetenten Pädagogen kennen gelernt. Er hat bislang sehr gute Arbeit geleistet. Da müssen schon sehr triftige Gründe vorliegen, wenn die Bezirksregierung ihn so kurzfristig vor die Tür setzt", sagte eine Mutter.

Ein Großvater, der seine Enkelin von der Schule abholt, kritisiert die Öffentlichkeitsarbeit der Schule. "Das sind Methoden wie in China, plötzlich wird die Internetseite mehr oder weniger gesperrt." Ihm sei es sehr wichtig, schnellstmöglich die Hintergründe der Suspendierung zu erfahren. "Die derzeitige Haltung von Schule und Bezirksregierung heizt die Gerüchteküche nur noch weiter an", gibt eine weitere Mutter zu bedenken.

Ulrike Schwarze betont, dass der Schutz der Schüler jetzt sehr wichtig sei. Ab heute gebe es im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ein unterstützendes Angebot. Dazu kommt eine externe Schulpsychologin in die Schule. Schüler, die sich in ihren Grenzen verletzt fühlen, haben so die Möglichkeit sich mitzuteilen. Zu weiteren Information hingen in dem Gymnasium zahlreiche Zettel aus, die auf das Angebot hinweisen.

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