Tabarca Inseljuwel an der Costa Blanca

Die kleine aber feine Insel wird von Alicante aus verwaltet

Blühende Fetthennen im Hafen der Insel Tabarca erfreuen die Besucher im Frühjahr. - © FOTO: FABIAN VON POSER
Blühende Fetthennen im Hafen der Insel Tabarca erfreuen die Besucher im Frühjahr. | © FOTO: FABIAN VON POSER
Inseljuwel an der Costa Blanca - © Tabarca
Inseljuwel an der Costa Blanca | © Tabarca

Das Schiff schwankt. Die Kontiki II taumelt auf dem Wasser wie die Blase in einer Wasserwaage. Salvador Díaz steht in seiner Kajüte. In der einen Hand hält er den Steuerknüppel, in der anderen eine Zigarette. Immer wieder spritzt die Gischt über Deck in die Kabine, doch Díaz steht da wie eine Ölgötze. "Passiert nichts", sagt er mit seemännischer Ruhe. Díaz, dunkle Hornbrille, warmes Lächeln und Kapitän der Kontiki II, macht seinen Job schon so lange, wie er denken kann.

"Vielleicht war es 1970, vielleicht auch früher, als ich angefangen habe." Seitdem hat Díaz viele Wetter kommen und gehen sehen, so eine müde Brise kann ihn da nicht aus der Fassung bringen. Seit mehr als 40 Jahren steuert Díaz mit seinem Unternehmen Cruceros Kontiki von seiner Heimatstadt Alicante aus regelmäßig die Insel Tabarca an. Nimmt man eine Spanienkarte und legt genau unten in der Mitte den Daumen an, dann ist Tabarca vielleicht eine Fingerbreite vom Festland entfernt.

Information

GUT ZU WISSEN

ANREISE
Mit Air Berlin von sieben deutschen Flughäfen aus ab 69 Euro pro Strecke nach Alicante. Tabarca erreicht man von Alicante aus per Schiff.

INFOS
www.barcosalicantetabarca.com,
www.alicanteturismo.com

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Das Eiland, das wie ein Goldstück im Meer vor der Costa Blanca liegt, ist bis heute die einzige regelmäßig bewohnte Insel der Provinz Alicante. Tabarca hat eine lange Geschichte. Einst machten berberische Schmuggler und Piraten die Küste unsicher. Im 18. Jahrhundert ließ König Karl III. deshalb anweisen, die Insel zu befestigen. 1768 siedelte er dort 69 Fischerfamilien aus Genua an, die er aus der Gefangenschaft in der tunesischen Stadt Tabarka befreit hatte. Sie bauten einen rechteckig angelegten Ort mit hohen Mauern, die ihnen Schutz vor Eindringlingen bieten sollten. Die Mauern stehen bis heute nahezu unverändert. Um 1920 lebten auf Tabarca noch 1.000 Menschen, heute sind es im Winter gerade mal 70. Doch noch immer tragen viele Familien genuesische Namen wie Buzo, Capriata, Colomba und Parodi. Eine Straße heißt Carrer Genova.

Zu den 70 Einwohnern kommen im Sommer mehrere hundert Besucher auf die Insel

Im Licht des Vormittags liegt Tabarca so flach da wie ein Badetuch. Vor allem spanische Familien mit ihrem Hofstaat sind es, die zwischen Mai und September auf Tabarca einfallen. Mehrere hundert Besucher zählt die Insel in der Hochsaison jeden Tag. Sie alle suchen die goldgelben Sandbuchten und das kristallklare Wasser.

Heute ist der Tourismus auf Tabarca der wichtigste Wirtschaftszweig, noch vor der Fischerei. Aber es gibt noch keine Bananenbootfahrten wie im nahe gelegenen Benidorm, keine kerzengeraden Reihen von Sonnenschirmen, keine Flugzeuge, die mit Werbebannern den Strand entlangfliegen. Tabarca ist vor allem bei Spaniern aus der Region beliebt, bei ausländischen Besuchern dagegen ist die Insel noch weitgehend unbekannt.

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