Grossbritannien Frühling auf schottische Art

Genussreise in den Norden der Insel

Seit 1320 existiert im Loch Linnhe unweit von Port Appin in den westlichen Highlands diese Burg. 1965 wurde das verfallene Bauwerk vollständig wiederhergestellt. Es befindet sich in Privatbesitz. - © FOTO: JÜRGEN JUCHTMANN
Seit 1320 existiert im Loch Linnhe unweit von Port Appin in den westlichen Highlands diese Burg. 1965 wurde das verfallene Bauwerk vollständig wiederhergestellt. Es befindet sich in Privatbesitz. | © FOTO: JÜRGEN JUCHTMANN
Frühling auf schottische Art - © Großbritannien
Frühling auf schottische Art | © Großbritannien

Was haben Brad Pitt und Winston Churchill gemeinsam? Die Leidenschaft für Schottland! Der Schauspieler genoss Landschaft und Anonymität unter dem Motorradhelm auf kurvenreichen Bergstraßen, der britische Premier suchte vor allem die Ruhe.

Vier Jahreszeiten an einem Tag, im Frühling nichts Ungewöhnliches hier. Gerade noch trieb stürmischer Wind dicke Regenwolken über den grau-blauen Himmel, schon traktieren Sonnenstrahlen den Wasserdampf. Doch wieder gewinnt das Graue die Überhand, und ein schwerer Schauer prasselt herab. Minuten später erscheint ein fantastischer Regenbogen von 180 Grad vor der knallgrünen Wand des nächsten Berges. Am Applecross Pass warnt ein Schild: Nicht für Fahranfänger geeignet! Einspurig mit Ausweichstellen mäandert sich ein löchriger Asphaltstreifen vom Meer hinauf zur Passhöhe. Der Weg ist das Ziel, und immer wieder lenken phantastische Ausblicke hinunter ins Tal von der Straße ab. Hier werden sogar rasante Kradfahrer ganz zahm.

Information
Zur Anreise nach Schottland mit dem eigenen Auto nutzt man am besten die Fähre von Ijmuiden bei Amsterdam nach Newcastle. Nördlicher als die Reederei DFDS fährt keine andere Linie auf die britischen Inseln. Nach einer Übernachtfahrt mit Kreuzfahrtniveau erreicht man von Newcastle aus in wenigen Stunden schottischen Boden. Nach Ijmuiden fährt man von Ostwestfalen aus in etwa dreieinhalb Stunden. Die Reederei DFDS betreibt auch eine Fährverbindung zwischen Dünkirchen und Dover im Süden der britischen Insel, ebenfalls auf sehr hohem Niveau.
www.luxuryscotland.co.uk; www.dfdsseaways.de

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Brad Pitt übernachtete letztes Jahr im Pool House, einem luxuriösen Gästehaus im Fischerdörfchen Poolewe. Das eher unscheinbar wirkende, direkt am Wasser gelegene Haus steckt voller Geschichte. Seniorchef Peter Harrison erläutert sie seinen Gästen eindrucksvoll. Der Familienbetrieb der Harrisons verfügt über sieben Suiten, von denen sechs nach britischen Kriegsschiffen benannt wurden. Eine erinnert an das deutsche Schlachtschiff Scharnhorst.

Dank des Folgstroms gibt es hier eine wunderbare Flora

Die Harrisons sind entfernt verwandt mit dem Kapitän der Titanic, Edward Smith. Eine der Suiten ist deshalb im Titanic-Thema eingerichtet – und Schauspielerin Kate Winslet war auch schon da. Ursprünglich gehörte das Pool House dem Landbesitzer Osgood McKenzie, der am Ufer des Loch Ewe einen der schönsten Gärten der Highlands anlegte, Inverewe Gardens. Dank des Golfstroms gedeihen hier Palmen, Eukalyptusbäume und riesige Rhododendren. Loch Ewe, ein Meeresarm des Atlantiks, war im Zweiten Weltkrieg Ausgangshafen für viele Schiffskonvois zur Unterstützung Russlands. Als ihr Hauptquartier requirierte die Marine damals das Pool House.

Durch den Fährhafen Oban fegen heftige Böen. Die Verkäuferinnen in einer grün lackierten Fischbude am Hafen wärmen sich mit einem Tänzchen zu einem ABBA-Medley auf. Ihre Schürzen flattern beinahe im Takt. Neben einer Reihe von Fischtrawlern liegt die "Hebridian Princess", ein ebenso kleiner wie feiner Kreuzfahrer. Nur 50 Passagiere reisen mit ihr durch die schottische Inselwelt.

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