Alpen Carven auf dem ewigen Eis

Im November beginnt in den Gletschergebieten die Saison

Carven auf dem ewigen Eis - © ALPEN
Carven auf dem ewigen Eis | © ALPEN

Man glaubt es kaum angesichts von Klimawandel und Gletschersterben: Aber ganz oben auf den Alpen liegt längst wieder eine dicke Schicht Schnee. Denn dort fiel der reichliche Regen dieses Septembers als prächtige weiße Schneeflocken. Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Schneesüchtigsten unter den Urlaubern längst wieder die Ski aufs Autodach packen und in Richtung Gletscherskigebiete steuern. Im ewigen Eis können Carver, Snowboarder und klassische Skifahrer es so richtig stauben lassen. Dort ist im November Hochsaison. Wir stellen die attraktivsten Gletscher vor.

Einer hält durch: Der Tuxer Gletscher hoch überm Zillertal ist Österreichs einziges verbliebenes Ganzjahres-Skigebiet. Mit 28 Kilometern Gletscherpiste vor der imposanten Kulisse von Olperer und Gefrorener Wand bildet er einen richtigen kleinen Skizirkus. Viele halten ihn für das beste Sommerskigebiet der Welt. Vom höchsten Punkt auf 3.250 Meter kann man dank Schneekanonen sogar im August über gut 600 Höhenmeter bis auf 2.600 Meter zum Tuxer-Ferner-Haus abfahren. Neben Anfängerhängen bietet der Gletscher durchaus rassige Passagen. Hinterher lockt das gemütliche Spannagelhaus mit Schweinsbraten, Bauernschmaus und Bratkartoffeln. Und wer nachmittags genug hat vom Skifahren, der macht sich auf den einstündigen Rundgang durch die schaurig-schöne Spannagelhöhle oder besucht die zum "Eispalast" umgebaute Gletscherspalte. Pistenzustand: www.hintertuxergletscher.at.

Das Matterhorn (hinten) bietet eine traumhafte Aussicht, das Skigebiet traumhafte Abfahrten. - © FOTO: TM
Das Matterhorn (hinten) bietet eine traumhafte Aussicht, das Skigebiet traumhafte Abfahrten. | © FOTO: TM

Im Ötztal startet die Weltcupsaison, traditionell am letzten Oktoberwochenende mit je einem Riesenslalom für Damen und Herren. Auch unter den Freizeitskifahrern sind die Könner im Ötztal richtig aufgehoben. Die 29 Abfahrtskilometer der einzigen Gletscherskischaukel der Alpen teilen sich auf in Rettenbach- (15 km) und Tiefenbachferner (14 km). Im Gegensatz zu den sonst häufig flachen Gletscherpisten fordert der Rettenbachgletscher mit steilen, langen Abfahrten heraus. Das Seiterjöchl schafft die Verbindung zu den weiten, problemlosen Hängen des Tiefenbachferners. Und bereits am 17. November soll die zweite Pistenschaukel hin zum Winterskigebiet geöffnet werden. Pistenzustand: www.soelden.com.

Der Rettenbachgletscher bei Sölden bietet 15 Kilometer Piste. - © FOTO: TM
Der Rettenbachgletscher bei Sölden bietet 15 Kilometer Piste. | © FOTO: TM

Fünf Gletscher auf einen Schlag: Das bietet der Stubaier Gletscher. 42 Kilometer Pisten machen das Gletscher-skirevier rund um die Schaufelspitze zum flächenmäßig größten und populärsten Europas. 25 Lifte surren bis auf 3.210 Meter Höhe. Die breiten Abfahrten auf dem Fernau- und Daunferner bereiten selbst Anfängern wenig Probleme. Einiges Können ist dagegen auf den Buckeln am südseitigen Geißkarferner und an den unpräparierten Steilhängen an der Ferner-Mauer gefragt. Zum Einkehrschwung lädt die urige Dresdner Hütte mit preiswertem Bergsteigeressen. Pistenzustand: www.stubaier-gletscher.com.

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Das schweizerische Zermatt ist zwar nichts für schmale Geldbeutel, bietet aber ein einmaliges Panorama: 30 Viertausender vom Monte Rosa, Castor, Pollux bis zum alles beherrschenden Matterhorn bilden die Kulisse für den Skifahrer. Das Eismeer des Theodulgletschers mit seinen rund 35 Pistenkilometern zwischen Klein Matterhorn (3.820 m) und Trockenem Steg macht selbst Anfängern keine Mühe. Bei 1.000 Meter Höhenunterschied und sieben Kilometer Abfahrtslänge brauchen sie aber Kondition. Tipp: Am Furggsattel startet eine rund vier Kilometer lange speziell präparierte Carvingpiste Richtung Trockener Steg. Wieder hinauf geht es mit der einzigen Gletschersesselbahn der Schweiz. Pistenzustand: www. matterhornparadise.ch.

In der Steiermark spielen ausnahmsweise die Langläufer die erste Geige im Schnee. Die fünf Lifte auf dem Dachsteingletscher reizen Alpinfahrer wenig, das Angebot summiert sich auf fünf Pistenkilometer. Dafür zieht es die Weltelite der Nordischen Disziplin auf den Gletscher über der Ramsauer Hochebene. Bis zu 20 Kilometer aller Schwierigkeitsgrade sind auf 2.700 Meter Höhe gespurt. Spektakulär ist der Blick vom "Skywalk", einer gläsernen Aussichtsplattform, die vier Meter frei über die Felskante hinausragt. Ahs und Ohs sind auch im benachbarten Dachstein-Eispalast sicher – spätestens im sogenannten Thronsaal oder beim Blick in die 40 Meter tiefe Gletscherspalte. Pistenzustand: www. dachsteingletscher.at.

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