Karibik Überraschendes Curaçao

Insel verborgener Reize

Tina (25) und ihr Freund Rafael (26) aus Wien am Strand von Klein-Curaçao. Der Ausflugskatamaran dümpelt im Hintergrund. - © FOTO: CARSTEN HEIL
Tina (25) und ihr Freund Rafael (26) aus Wien am Strand von Klein-Curaçao. Der Ausflugskatamaran dümpelt im Hintergrund. | © FOTO: CARSTEN HEIL
Insel verborgener Reize - © KARIBIK
Insel verborgener Reize | © KARIBIK

Der Wind bläst stramm von vorn. Der Katamaran schlägt in den Wellen, die Brecher spritzen über das Vorschiff. Auf dem Weg zur vorgelagerten Insel mit dem passenden Namen "Klein-Curaçao" wird Kornelia Köhn flau im Magen. Nicht direkt seekrank ist sie, aber doch froh, dass die Schaukelei nach zwei Stunden ein Ende hat. Hier sind der lange weiße Sandstrand, das türkisfarbene Wasser und das echte Karibik-Gefühl, das sonst nicht überall auf Curaçao aufkommt. Denn das zum niederländischen Königreich gehörende, aber politisch unabhängige Eiland ist eigentlich ein Berg aus Vulkangestein und Korallen.

Anders als zum Beispiel das aus Sand aufgespülte Aruba in der Nachbarschaft gibt es keine kilometerlangen Sandabschnitte. 38 Strände mit teils kleinen Buchten (die kleinste "Playa Lagun" ist nur gut 50 Meter lang) reihen sich an der Südküste aneinander, der Norden ist schroffe Steilküste. Die 55-jährige Bielefelderin Köhn ist schon weit herumgekommen. Auf Kuba war sie, auf Bali, und Afrika ist sowieso ihr Lieblingsreiseziel. "Das Wasser ist hier wunderbar", schwärmt sie von den Vorzügen Curaçaos, "und ich mag die Mischung aus Karibik und Holland."

Information

GUT ZU WISSEN

ANREISE
Einmal in der Woche mit Air Berlin von Düsseldorf im Direktflug (Flugzeit: 10 Std.).

AKTIVITÄTEN
Alles rund um den Wassersport. Curaçao setzt nicht auf die Nobelurlauber, die Mehrzahl der Hotels hat 2 bis 4 Sterne. Wellness und Spa sind in vielen Hotels vorhanden, dieser Bereich ist aber erst im Aufbau begriffen.

ANGEBOTEHyatt Regency Curaçao Golf Resort (5 Sterne), Marina & Spa, 7 Nächte ab 1.249 Euro; Floris Suite Hotel (4 Sterne), 7 Nächte ab 1.161 Euro (alle pro Person).

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Doch wie so vieles auf der Insel wirkt "Klein-Curaçao" wie versteckt. Selbst auf der offiziellen Karte im Tourist-Büro ist es nicht eingezeichnet. Man muss wissen, dass die Ausflugsboote vor allem am Wochenende ab Caracas Baai für 100 Euro pro Person dorthin starten. Im Preis inbegriffen ist Rundumversorgung mit Getränken, Grillgut und einer Menge Gaudi, für die Bootsmann Stijn Stroeve an Bord des Katamarans sorgt. Mit ihm ist bei allem Sonne-, Wind- und Meerfeeling aber auch ein informatives Gespräch möglich: "Der Lebensstil ist hier völlig anders als in Europa, ruhiger. Was heute nicht läuft, läuft eben morgen." Zunächst seien die Inselbewohner oft etwas zurückhaltend. Wenn man allerdings die Sprache der Einheimischen spreche, das Papiamen-tu, funktioniere manches besser, die Leute seien freundlicher. "Ich weiß auch nicht, warum", sagt der 36-Jährige und grinst. Doch auch mit Englisch und vor allem Holländisch kommt der Tourist weiter, macht gute Erfahrungen mit den Menschen.

Die Insel lebt hauptsächlich vom Tourismus

Günstig ist das Leben nicht. Bei deutlich geringerem durchschnittlichem Bruttoverdienst als in Deutschland werden europäische Preise aufgerufen. Es gibt wenig Wirtschaft und gar keine Landwirtschaft auf der steinigen Insel. Alle Nahrungsmittel und Getränke müssen importiert werden. 24 Prozent des Bruttoinlandproduktes schafft der Tourismus, ein Drittel der 146.000 Einwohner lebt von den Gästen, die zumeist aus Holland, aber auch aus Südamerika kommen. 700.000 Urlauber bevölkern die Insel im Jahr bei Zuwachsraten von zehn Prozent im vergangenen Jahr, berichtet Gathim Kabbara, Chef der Tourismus-Behörde.

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