Der Axolotl ist eines der faszinierendsten Wesen der Erde. Der Lurch ist in der Lage, Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und des Herzens wiederherzustellen.
Der Axolotl ist eines der faszinierendsten Wesen der Erde. Der Lurch ist in der Lage, Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und des Herzens wiederherzustellen.

Mecklenburg-Vorpommern Ozean der Wundertiere

Willkommen im Darwineum, Rostocks neuem Highlight

Es ist garantiert kein Zufall, dass Esmeralda und Isabela am Anfang stehen. Denn immerhin waren es ihre Vorfahren, die Charles Darwin 1835 auf den Galapagos-Inseln wichtige Anstöße für seine Evolutionstheorie gaben – etwa dass sich diese Riesenschildkröten auf den isolierten Inseln unterschiedlich entwickelt hatten. Nun begrüßt eine Handvoll gepanzerte Mädels im Rostocker Zoo ganz zünftig all jene, die sich auf die Spuren des Forschers begeben.

Willkommen im Darwineum. Der niegelnagelneuen Naturerlebnis- und Wissenswelt, die auf 20.000 Quadratmetern erstaunliche Einblicke in 500 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte vermittelt. So widmet sich die Ausstellung in acht Kojen ausgewählten erdgeschichtlichen Schwerpunkten. Sie erklärt, wie aus winzigen Einzellern die bunte Vielfalt von heute entstand. Und sie erläutert Darwins Theorie vom Überleben derjenigen Spezies, die sich am besten an die Umgebung angepasst haben. Das Außergewöhnliche daran: All das wird anhand von Tieren präsentiert, die in die jeweilige Evolutionsetappe passen – allein die Auswahl dieser letztendlich 40 Arten hat deutlich mehr Zeit verschlungen als die 15 Monate Bauzeit für das 28-Millionen-Projekt.

Anzeige

Quallen sind Überlebenskünstler

So geht es in der Koje "Ozean der Wundertiere" um die Zeit vor 500 Millionen Jahren. Damals explodierte die Zahl der Arten und brachte Wesen wie den Pfeilschwanzkrebs hervor, der irgendwann ausstarb und nur als Fossil erhalten blieb. Wesentlich bessere Überlebenstechniken entwickelten die Quallen, die seither unbeirrt durch die Weltmeere schweben. Als Beispiel für diese höchst empfindlichen, evolutionsgeschichtlich aber extrem robusten Geschöpfe tanzen im Darwineum zauberhafte Wurzelmundquallen grazil in einem eigens für sie konstruierten Strömungskreisel.

Zwei Kojen weiter geht es um die "Eroberung der Landes". Als Urahn der Landwirbeltiere gilt der Quastenflosser; ihn gibt es hier nur als Modell. Ganz in echt dagegen kommt der amphibische Schlammspringer daher, der seine Brustflossen zum Hüpfen benutzt und Sauerstoff über sackartige Kiemenkammern aufnimmt. Zu Zeiten der Dinosaurier tummelten sich bereits die Vorfahren von Nashorn-Leguanen und Tejus unter der Sonne; beide Arten gibt es in Koje 6 zu sehen. Und in Koje 8 – wir sind in der Evolution inzwischen zu den Säugetieren aufgestiegen – tollen putzmuntere Antilopenziesel herum. Ein besonders anpassungsfähiger Kleinsäuger. Als Nachbarn haben sie die Schnabel-igel, deren Männer beim dreistündigen Geschlechtsakt ein Viertel ihres Gewichts verlieren. Wer das durchsteht, muss wohl gute Karten haben.

Anzeige
Seite 1 von 2
nächste Seite
Anzeige

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Anzeige


realisiert durch evolver group