OMAN Burgen, Berge, Beduinen

Ein Sultanat wie aus 1.001 Nacht

In Oman gibt es viele schöne und große Oasen. Birkat al Mauz ist eine der eindrucksvollsten. - © FOTOS: EKKEHART EICHLER
In Oman gibt es viele schöne und große Oasen. Birkat al Mauz ist eine der eindrucksvollsten. | © FOTOS: EKKEHART EICHLER
Burgen, Berge, Beduinen - © Oman
Burgen, Berge, Beduinen | © Oman

Qabus ist überall. Ob in quirligen Souks oder winzigen Supermärkten, ob in pompösen Hotelfoyers oder schlichten Restaurants – omnipräsent lächelt der freundliche Mann mit dem sorgfältig gestutzten silbrigen Bart und dem traditionellen omanischen Kopfschmuck seinen Landsleuten zu. Das Besondere daran: Qabus regiert mit absoluter Macht und genießt dennoch ein unvorstellbares Maß an Beliebtheit, Verehrung und Popularität.

Was nämlich der Sultan in vierzig Jahren Regentschaft für Oman geleistet hat, ist ohne Beispiel in der arabischen Welt. Als er 1971 seinen Vater unblutig aus Amt und Palast putschte, war das Land ein bettelarmer isolierter Feudalstaat. Heute verbinden mehrspurige Nationalstraßen entfernteste Bergregionen, verfügt selbst das kleinste Dorf über eine Schule, erhalten alle Bürger kostenlose medizinische Versorgung in bestens ausgestatteten Krankenhäusern. Oman in ein modernes Land mit Wohlstand für alle zu verwandeln und dabei keineswegs die Traditionen aus dem Auge zu verlieren ist ein weiteres Verdienst des Landesvaters. Beispielhaft etwa die aufwendige Restaurierung diverser Burgen, Forts und Wachtürme, von denen es im Norden des Landes geradezu wimmelt.

Omanische Frauen nutzen den Kopf nicht nur zum Denken.
Omanische Frauen nutzen den Kopf nicht nur zum Denken.


Nakhal zum Beispiel. Eine Stunde westlich der Hauptstadt Maskat thront inmitten einer üppigen Oase am Fuß des Hadschar-Gebirges die mächtige Festung mit sechs Wehrtürmen, deren Ursprünge mehr als eintausend Jahre zurückreichen. Vollständig und vorbildlich restauriert, erstaunt die wuchtige Anlage nicht nur durch ihre Trutzhaftigkeit; sie gehört auch zu den wenigen Forts in Oman, deren Räume möbliert und mit Exponaten wie traditionellen Küchengerätschaften und Waffen ausgestattet sind.

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Ein herausragendes Beispiel für die ganze Pracht moderner islamischer Baukunst repräsentiert die Sultan-Qabus-Grand-Moschee in Maskat. Das imposanteste und einzige Gotteshaus in Oman, das auch Nichtmuslime betreten dürfen, bietet Platz für 20.000 Gläubige und steckt voller Superlative. Fünf Minarette etwa symbolisieren die fünf Säulen des Islams. Der Kuppel-Kronleuchter ist ein 15 Meter hohes und acht Tonnen schweres Unikat aus Swarovski-Kristall. Und der mit 4.263 Quadratmetern riesige Teppich – ein Meisterwerk persischer Webkunst – zählt zu den größten der Welt. Frappierend ist aber auch die Freundlichkeit des Omani im kleinen Moschee-Infocenter. Erst serviert er Datteln und Kaffee, dann folgt ein entspanntes Gespräch über Sultan, Islam, Koran und Oman generell. Selbst gegen ein Abschiedsfoto hat er nichts einzuwenden – so eine Chance auf ein schönes Porträt bekommt man im Oman nicht immer.

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